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Golgi Complex: Ein Wust von Ideen

Schaubude Kiel Golgi Complex: Ein Wust von Ideen

Ein wuchtiges Soundspektakel mit mächtig Druck und Sinnesrausch erlebten die zahlreich erschienenen Fans der progressiven Metalklänge bei der CD-Release-Party der Kieler Band Golgi Complex in der Schaubude.

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Sina Konicz, Mathias Probst und Drummer Fabian Finaske von Golgi Complex in der Schaubude in Kiel.

Quelle: Kai-Peter Boysen

Kiel. Vorab erklingt jedoch Metall im wahrsten Sinne, denn die Soundbasis von Eschberg, der ersten Band des Abends, sind perkussiv genutzte Bleche, Kanister und Behälter, also Schrott, der hier fernab seiner Urfunktion Teil eines Klanggebildes wird, das als Industrialcore bezeichnet wird. Schlagzeug wird natürlich trotzdem gespielt, dazu brummt und knurrt der Bass von Norman, der sich den Gesang mit Gitarrist Jan teilt, der seinem Instrument mal effektbeladen sphärische, mal kalt-rockige Töne entlockt, die Songs wie „Feeder“ oder „Hateimonial“ zu spannenden Erlebnissen gedeihen lassen. Musik, die nicht los lässt, und ihre Attraktivität sukzessive entfaltet.

Schlichtes Headbangen ist sicherlich auch nicht die naheliegendste Reaktion auf das, was dann folgt: Ambient Progressive Metal, das ist Musik zum Zuhören, Fallenlassen und mit der Band wieder aufstehen, denn Mathias „Matze“ Probst, Oleg Pronitschew, Sina Konicz und Fabian Finaske erschaffen sphärische Klangmonster, die metallisch aufblitzen, donnern und im warmen Licht fantastischer Melodien leuchten. „Panspermia“ ist ihr Debütalbum betitelt, einer Theorie folgend, dass die Urbausteine des Lebens aus dem All auf die Erde kamen.

Die Bausteine von Golgi Complex sind die Soundflächen von Sinas Synthesizer, der schier unerschöpfliche Pool, aus dem Oleg seine Gitarrensounds zieht, das sehr variable Bassspiel und der klare, bisweilen getragene Gesang von Matze sowie die polyrhythmische Feinarbeit von Fabi, der sperrige Doublebassattacken reitet, aber auch mal geradeaus durchrocken kann. „Algebra“, „ein Song über die Liebe zur Mathematik“, wechselt sein Erscheinungsbild von Death Metal zu Postrock, von Krautrock zu Classic Rock, Golgi Complex schaffen es, einen Wust von Ideen zu einem großen Ganzen zu fügen. So kommen einem Namen wie Meshuggah, Dream Theater, Yes oder auch Mike Oldfield zu Frickelzeiten in den Sinn. Nach der gelungenen Live-Premiere von „Satori“, einem Meisterwerk aus rhythmischer Finesse, Sanftmut und Härte, beglückwünschen sich die Musiker gegenseitig. Zu Recht, Golgi Complex sind ein Schmuckstück in der Kieler Musikszene.

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Ein Artikel von
Kai-Peter Boysen

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