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„Gorch Fock“ vor historischer Fahrt

Kurs auf Kuba „Gorch Fock“ vor historischer Fahrt

Die „Gorch Fock“ soll wieder einmal Geschichte schreiben. Die Bark der Marine hat für die Frühjahrsreise einen Hafen im Programm, der bislang in den 58 Dienstjahren noch nie angesteuert wurde: Als erstes Schiff der Deutschen Marine soll die „Gorch Fock“ im Februar Havanna auf Kuba besuchen.

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Freut sich auf die Segelbedingungen im Atlantik und in der Karibik: Kommandant Nils Brandt wird den Offiziernachwuchs auf neuen Kursen ausbilden.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Das bestätigte das Marinekommando in Rostock. Die Karibikinsel war fast 70 Jahre durch ein US-Embargo für Nato-Schiffe tabu.

 Die Annäherung an die USA, deren Präsident Barack Obama das sozialistische Kuba jüngst nach Jahrzehnten diplomatischer Eiszeit besuchte, hat auch den Weg für Schiffsbesuche auf der Insel frei gemacht. Am 1. Mai war erstmals ein Kreuzfahrtschiff mit US-Bürgern von Miami nach Havanna ausgelaufen. Im April 2014 sorgte die britische Marine für Aufsehen. Mit der Fregatte „Argyll“ machte erstmals ein Kampfschiff der Royal Navy in Havanna zu einem offiziellen Besuch fest. Damit war der Bann für Nato-Schiffe gebrochen.

 Die 169. Auslandsausbildungsreise der „Gorch Fock“ wird fast sieben Monate dauern. Höhepunkt ist Kuba. Wie das Marinekommando bestätigte, wurde der Besuch des deutschen Segelschulschiffes in Havanna am Dienstag genehmigt. Im Fokus steht nicht nur Kuba. Häfen in Kolumbien und Mexiko werden auch angesteuert. Kolumbien hat eine enge Partnerschaft mit der Marine. Zwei U-Boote wurden im November von Kiel nach Cartagena verschifft. Und Mexiko hat großes Interesse an einer Kooperation mit der Bundeswehr. Im Juni wird das mexikanische Segelschulschiff „Cuauhtémoc“ mit Offizieranwärtern Hamburg besuchen. Den Gegenbesuch übernimmt die „Gorch Fock“ am 11. Februar im Hafen von Vera Cruz. Die Planungen für diese Hafenanläufe laufen aber noch.

 Die Eckdaten der großen Karibik-Tour stehen dagegen fest. Kommandant Nils Brandt hatte sich diesmal eine Reiseroute gewünscht, die für die längere Ausbildung der Offizieranwärter auch optimale Segelbedingungen bietet. Deshalb wird es Weihnachten keine Rückkehr nach Kiel geben. Es geht mit dem Passat-Wind in die Karibik. Eine Route, die viele Großsegler und Segelschulschiffe im Herbst wählen – und die auch Alexander von Humboldt und Christoph Kolumbus einst gesegelt sind. „Die Fahrt über den Atlantik ist für die Ausbildung der Offizieranwärter einfach optimal“, hatte Nils Brandt vor einigen Tagen gesagt.

 Am 7. November ist Start in Kiel. Der Hafen Vigo in Spanien wird vor der Atlantiküberquerung angelaufen, dann geht es über Madeira nach Port of Spain. 20 Tage hat Brandt für den Transit im Dezember eingeplant. Im Hafen von Trinidad und Tobago wird die Stammbesatzung das Weihnachtsfest verbringen. Im Januar werden die Offizieranwärter der neuen Crew nach Port of Spain geflogen. Ziele sind dann Cartagena in Kolumbien, Vera Cruz in Mexiko und eben Havanna auf Kuba. In Havanna soll die Bark am 22. Februar einlaufen. Von dort aus geht es weiter in die USA. In Port Everglades in Florida steht im März der nächste Crewwechsel auf dem Programm. Von dort aus geht es zurück über den Atlantik. Über Bilbao wird das Schiff zum Hafengeburtstag nach Hamburg einlaufen. Da die Bark dann über ein halbes Jahr im Ausland war, darf Nils Brandt erstmals mit einem langen Heimatwimpel am Mast die Elbe hochfahren.

 Noch gleicht das Schiff allerdings einer Baustelle. Die Bark liegt in Bremerhaven im Dock. Die Werftüberholung wird vermutlich zwei Monate länger dauern. Erst im August wird das Schiff nach Kiel zurückkehren.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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