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Akademiker spielen Einbrecher

Großeinsatz Akademiker spielen Einbrecher

Anwohner beobachteten einen vermeintlichen Einbruch in einem Haus in der Kieler Moltkestraße. Zur Überraschung der Polizeikräfte lag aber keine Straftat vor. Lesen Sie die skurrile Meldung des Polizeisprechers Oliver Pohl im Wortlaut.

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Quelle: sen

Kiel. Was verbindet Polizisten und Akademiker örtlicher Studentenverbindungen miteinander? Genau: beide ordnen ihre Leben höheren Werten unter, beide bemühen sich um verantwortungsbewusstes Handeln gegenüber Mitmenschen und der Gesellschaft. Diese Ziele stehen zumindest auf der Homepage einer der beiden akademischen Traditionsgemeinschaften des hier geschilderten Falles geschrieben. Vier Mitglieder der Verbindung "Verein deutscher Studenten" verfügen noch über deutliches Potential, diese Werte mit Leben zu erfüllen...

In der Nacht vom 19. auf den 20. August alarmierte ein besorgter Bürger gegen Mitternacht die Polizei. Der Anrufer gab an, dass in der Moltkestraße 53 mehrere Personen Gegenstände aus dem Haus heraus tragen würden. Die Beamten des 1. Polizeireviers fackelten nicht lange und schickten sofort drei Streifenwagen mit Blaulicht und Sirene an den Einsatzort. Dort stellten die Kollegen vier Männer im Alter von 24 bis 28 Jahren fest: zwei an dem Haus, einen hinter einem Gebüsch und einen in dem Objekt.

Zur Überraschung der Polizeikräfte lag keine Straftat vor. Sie erfuhren, dass es vielmehr zur Tradition der beteiligten Akademikervereinigungen gehört, aus den Räumlichkeiten anderer Verbindungen - hier war es der "Kieler Wingolf" - Gegenstände zu entfernen und mitzunehmen. Ein "Wingolfer" bestätigte dieses noch in der Nacht.

Die Studenten waren aber einsichtig und entschuldigten sich, als sie erkannten, dass sie gerade einen polizeilichen Großeinsatz ausgelöst hatten. Und vermutlich wurde ihnen auch etwas mulmig, weil auch die Polizei so ihre Traditionen hat: das Mitführen scharfer Schusswaffen beispielsweise. Es ist einfach nicht besonders pfiffig, mitten in der Nacht Einbrecher zu spielen...

Ärgerlich nur, dass die ohnehin belasteten Kollegen für diesen Einsatz 1 ½ Stunden ihrer kostbaren Zeit investieren mussten, die sie lieber in "verantwortungsbewusstes Handeln gegenüber Mitmenschen und der Gesellschaft" investiert hätten.

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