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Großer Ärger über den Müll in der Hörn

Großer Ärger über den Müll in der Hörn

Angeln an der Hörn ist eine schöne Tradition. Dass sich allerdings manche Angler und auch Feierwütige aufführen wie die Axt im Walde, haufenweise Müll hinterlassen und billigend in Kauf nehmen, dass Wassertiere qualvoll sterben, ist für die Stadtteilvertreter des Ortbeirats Gaarden mehr als ärgerlich.

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Vermüllter Museumshafen: Keine Werbung fürs maritime Flair der Stadt Kiel.

Quelle: Martin Geist

Gaarden. Enten, Schwäne und Möwen verheddern sich beim Gründeln in aufgehängten und achtlos weggeworfenen Angelschnüren, verletzten sich an Haken und sterben oftmals qualvoll im Wasser.

 Hedi Betzendahl, die Vorsitzende des Vereins Museumshafen, beschreibt das Müllproblem ähnlich, sieht aber die Angler nicht als die Hauptverantwortlichen: „Es ist jedes Jahr dasselbe. Sobald das Wetter schön ist, gibt es fröhliche Trinkgelage mit den entsprechenden Hinterlassenschaften.“ Noch schlimmer sähe es aus, wenn nicht die Mitglieder des Vereins selbst immer wieder müllsammelnd zur Tat schreiten würden.

 „Ziemlich gruselig“ findet nicht nur Ortsbeirätin Edina Dickhoff (Grüne) die Zustände an der Hörn. Der Vorsitzende Bruno Levtzow (SPD) bezeichnet die Lage als „recht erschreckend“ und betont, dass das jedem und jeder zu gönnende Angel- oder Feiervergnügen kein Grund sei, Wildwest-Manieren zu dulden.

 Nicht ganz einfach war es für den Ortsbeirat, erst einmal herauszufinden, wer bei der Stadt für das Problem zuständig ist. Zumindest teilweise, so wurde nun klar, ist es das Tiefbauamt. Dessen Vertreter Jens Kruschwitz erklärte, dass die Hörn, die jetzt tatsächlich wieder sauber aussieht, regelmäßig kurz vor der Kieler Woche gereinigt wird. Nicht jedoch wegen der Kieler Woche, sondern weil in der Zeit davor windbedingt meistens viel Schmutz aus der Ostsee hereingeschwemmt werde.

 Geht es ums Verhalten das konkrete Verhalten der Hörn-Besucher, ist nicht mehr das Tiefbauamt, sondern das Bürger- und Ordnungsamt zuständig. Dessen Möglichkeiten seien aber beschränkt, warnte Kruschwitz vor zu großen Hoffnungen. Wirksam darüber zu wachen, dass niemand Müll hinterlässt, das sei nahezu unmöglich.

 Dennoch wünscht sich der Ortsbeirat, dass sich in Zukunft zumindest ein bisschen was bessert. Zusammen mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel, mit dem man sich demnächst ohnehin zum Thema „Sauberes Gaarden“ trifft, soll beraten werden, ob durch Aufklärung, mehr Abfallbehälter oder auf andere Weise der Müll aus der Hörn gehalten werden kann. Auch wünscht sich der Ortsbeirat, dass die Verantwortlichen der Angelvereine an die Vernunft ihrer Mitglieder appellieren. Werbung für die Stadt seien Bilder wie die vom vergangenen Mai schließlich ganz gewiss nicht.

 Ein konkreter Beitrag zur Verbesserung der Lage ist immerhin in Sicht. Der Museumshafen-Verein ist derzeit mit dem Jobcenter im Gespräch, um einen geförderten Arbeitsplatz zu schaffen. Gedacht ist an einen „Kümmerer“, der regelmäßig ein Auge auf die müllträchtigen Problemgruppen wirft und als eine Art Hörn-Hausmeister fungiert.

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