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Streit um Doppelspitze und Ratsbündnis

Grünen-JHV Streit um Doppelspitze und Ratsbündnis

Sollen die Grünen mit einer Doppelspitze oder mit der Spitzenkandidatin Monika Heinold auf der Liste ins Rennen um die Landtagswahl 2017 gehen? Obwohl das Thema nicht auf der Tagesordung der Jahreshauptversammlung stand, sprach sich der Kreisvorstand Kiel deutlich für Heinold aus. Zum Missfallen etlicher.

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Ließ Kritik am Scheitern des Windparks Meimersdorf in der Ratskooperation deutlich werden: Grünen-Kreisvorsitzende Karen Jakstadt.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Schatzmeister Johannes Steen begründete das Vorpreschen des Vorstands ohne vorherige Diskussion mit den Mitgliedern damit, dass die Grünen aus Nordfriesland zum kommenden Landesparteitag einen Antrag gestellt haben, eine Doppelspitze auf dem Parteitag Ende November zu wählen. Man habe sich als Kieler Vorstand dazu positionieren wollen. Eine Doppelspitze, argumentierten dagegen Landtagsabgeordnete Anke Erdmann und Ratsfraktionsvorsitzende Lydia Rudow, stehe gerade auch nach der Ankündigung von Umweltminister Robert Habeck, nicht mehr für den Landtag zu kandidieren, für eine inhaltlich größere Breite und bessere Mischung. In die Kerbe schlug auch Bundestagsabgeordnete Luise Amtsberg.

Einstimme Entlastung des Vorstandes

„In unsicheren Zeiten brauchen und wollten Menschen ein Personalangebot, sprich eine Spitzenkandidatin, welche sachkundig, seriös, bodenständig und authentisch ist“, warb Grünen-Chefin Karen Jakstadt (30), im Kreisverband mit Hanno Michel in der Doppelspitze, um Zustimmung für den Kurs. Doch die Bedenken unter Anhängern der Doppelspitze überwogen. Wie sich die Kieler Grünen jetzt auf dem Landesparteitag verhalten, blieb offen, zumal auch unklar war, ob der Vorstand den Antrag überhaupt als Vorstand einreichen kann. Obwohl der Vorstoß der Spitze Irritationen auslöste, waren sich alle einig, dass der junge Kreisvorstand in den vergangenen Monaten eine „Superarbeit“ geleistet habe. Die Entlastung des Vorstands fiel einstimmig aus.

Auch die Krise in der rot-grün-blauen Ratskooperation stand nicht auf der Tagesordnung, tauchte aber als Thema immer wieder auch am Rande der Versammlung auf. Wie tief enttäuscht die Grünen vom angekündigten Ausstieg der SPD aus den im Kooperationsvertrag vereinbarten Windpark-Plänen in Meimersdorf sind, unterstrich Grünen-Vorsitzende Jakstadt in ihrem Rechenschaftsbericht mit klaren Worten: „Dies stellt die Kooperation hier in Kiel auf eine ernste Probe.“ Auch ein Bruch wird offenbar nicht mehr ausgeschlossen. Das legte ihre Formulierung nah, wonach man in Gesprächen mit der SPD sei, um zu klären, „wie und ob eine Kooperation weiter möglich ist“. Der politische Wille, so die grüne Spitzenfrau weiter, das Bündnis erfolgreich fortzusetzen, habe bei SPD und SSW deutlich nachgelassen.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Großprojekt
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