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Sie machen Kiel bunter und schöner

Grünflächenamt Sie machen Kiel bunter und schöner

Bunte Schiffchen schippern über das Wasser und nähern sich in Windeseile dem weißen Delfin, der an der Hörn gestrandet ist. Für drei Tage war die Kieler Förderegion als Modell auf der Landesgartenschau in Eutin zu bestaunen. Gebaut wurde es von Mitarbeitern des Kieler Grünflächenamtes.

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„Im Team kraftvoll ins Grüne“ lautet ihr Motto. Jetzt wurde das Kieler Grünflächenamt als Ausbildungsbetrieb des Jahres 2016 im Beruf Gärtner ausgezeichnet.

Quelle: LHK

Kiel/Eutin. Erst wenige Tage zuvor hatte der Betrieb auf der Landesgartenschau schon einmal im Rampenlicht gestanden: Die städtische Einrichtung wurde auf der landesweiten Freisprechungsfeier der Gärtnerinnen und Gärtner als Ausbildungsbetrieb des Jahres 2016 ausgezeichnet (wir berichteten).

 Auch Torben Petersen hat einst als Auszubildender im Kieler Grünflächenamt angefangen. Heute ist er als Vorarbeiter für den Nachwuchs zuständig. Von seinem Beruf scheint er auch nach 13 Jahren im Betrieb sichtlich begeistert. „Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt“, schwärmt der 32-jährige Praxisanleiter. Ob im Park oder auf dem Spielplatz – immer wieder sei es möglich, eigene Ideen einzubringen und selbst gestalterisch aktiv zu werden. Um die jungen Mitarbeiter möglichst umfassend auszubilden, stehen neben Gartenpflege und Steinarbeiten auch intensive Pflanzenkunde sowie regelmäßige Besuche in der Baumschule auf dem Programm. Auf eine gründliche und gleichzeitig abwechslungsreiche Ausbildung werde im Betrieb großer Wert gelegt, betont er.

 Außerdem sei es dem Haus ein Anliegen, auch Jugendlichen eine Chance zu geben, die es im Leben nicht immer leicht hatten. Einige der Auszubildenden seien auf Unterstützung in Alltagsfragen angewiesen, berichtet Petersen. „Da stehen wir auch immer mal außerhalb der Arbeitszeiten mit Rat und Tat zur Seite“, fügt er hinzu.

 Die kleine Kieler Förde und sein weißer Holzdelfin ziehen viele Besucher an. Einige von ihnen nehmen die Fernsteuerung in die Hand und lenken die Miniaturschiffe über das Wasser. Reiner Peters, der bereits seit 30 Jahren für das Grünflächenamt tätig ist, hat sich unter die Leute gemischt und stellt sich ihren Fragen zum Modell. „Das Projekt kommt richtig gut an“, freut sich der Landschaftsarchitekt.

"30 wunderbare Jahre"

 Peters will auf der Landesgartenschau nicht nur für seinen Beruf, sondern auch für die Landeshauptstadt werben. „Ich habe den Strand und die gute Luft vor der Haustür – andere fahren dafür in den Urlaub“, erklärt der Wahl-Kieler und strahlt. Die Entscheidung, 1986 in den Norden zu ziehen und seither für das Grünflächenamt zu arbeiten, hat er keinen Tag bereut: „Es waren 30 wunderbare Jahre“, sagt er rückblickend. Gespannt verfolgt Peters heute den Werdegang der Auszubildenden, die erst frisch in den Beruf gestartet sind. „Es ist großartig zu sehen, mit wieviel Engagement und Spaß die Azubis bei der Sache sind“, erzählt er anerkennend. Die Arbeit mit den jungen Menschen sei ein ständiges Geben und Nehmen, hebt Peters hervor. Auch er könne eine Menge von den neuen Mitarbeitern lernen.

 Für die Pflege von 2200 Hek-tar Land und Wasser trägt das Kieler Grünflächenamt Verantwortung. In Eutin sind Börje Baudach und Stephan Schwark mit vor Ort, um die selbst gebaute Förde bei strahlendem Sonnenschein in Schuss zu halten. Dass die Gärtner in ihrem Job bei Wind und Wetter draußen sind, stört Baudach nicht. „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung“, sagt der 23-Jährige und lacht.

 Gemeinsam verfolgen die Gärtner das Ziel, Kiel nachhaltig zu verschönern. Besonders erfreulich sei es, immer wieder den eigenen Arbeiten in der Stadt zu begegnen. Schließlich könne nicht jeder bei einem Spaziergang durch den Stadtgarten von sich behaupten, den Weg gepflastert oder einen der Bäume gepflanzt zu haben, meint Petersen stolz.

 „Als ich nach Kiel kam, hieß es oft, die Stadt sei hässlich und grau“, erinnert sich Reiner Peters. Dies höre man heute immer seltener. Dass dies auch den Mitarbeitern des Grünflächenamtes zu verdanken ist, ist für den Landschaftsarchitekten keine Frage: „Sie haben unsere Stadt bunter und liebenswerter gemacht“, sagt er stolz.

Von Hannah Stobbe

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