12 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Pfandsystem soll Wirklichkeit werden

Gymnasium Wellingdorf Pfandsystem soll Wirklichkeit werden

Der Erfolg war riesig: Beim „Young Economic Summit“ (Yes) in Kiel, dem größten Schülerwettbewerb zur Ökonomie in Norddeutschland, hat die Projektgruppe des Gymnasiums Wellingdorf im vergangenen Oktober den ersten Platz in der Kategorie „Beste Lösungsidee“ geschafft. Aus der Schüleridee, ein Pfandsystem für Plastiktüten zu etablieren, soll jetzt Wirklichkeit werden.

Voriger Artikel
RBZ und VHS arbeiten enger zusammen
Nächster Artikel
Hier möchten viele gern residieren

Beim Schülerwettbewerb „Yes“ hatte die Projektgruppe des Gymnasiums Wellingdorf „Reduktion von Plastikmüll durch ein Pfandsystem für Pfandtüten“ in der Kategorie „Beste Lösungsidee“ den ersten Platz belegt. In einem Workshop hat die Gruppe zusammen mit dem Designer Nicolas Uphaus (2.v.li.) den Prototyp einer Pfandplastiktüte entworfen. Zur Gruppe gehören (v. li.) Mate Capin, Jenny Süfke, Henrik Horst und Steven Handschuh.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. In einem viertägigen Workshop der ZBW (Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften) – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft – und der Stiftung Deutsches Design-Museum haben die Gymnasiasten den Prototypen einer Pfandplastiktüte entwickelt.

Der Kunstraum unter dem Dach des Gymnasiums wurde in den vergangenen vier Tagen fast zur zweiten Heimat für acht Schülerinnen und Schüler. Ihr Vorhaben: Zusammen mit dem Kieler Designer Nicolas Uphaus wollten sie ihr Projekt, das im vergangenen Herbst eine große Aufmerksamkeit erregt hatte, in die Tat umsetzen. Bei der Yes-Preisverleihung im Januar im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin hatte die Parlamentarische Staatssekretärin Brigitte Zypries (stellvertretend für den Schirmherren Sigmar Gabriel) nicht nur die Laudation gehalten, sondern auch den Kontakt zum Bundesumweltministerium hergestellt. Dort sind die jungen Wellingdorfer nun am 18. Juli zu Gast.

Im Ministerium auf der Matte gestanden

Im Ministerium wollen sie Staatssekretär Gunther Adler aber nicht nur ihr Konzept, sondern auch ihren Prototypen einer Pfandplastiktüte vorstellen. Also schauten sie sich zunächst in der Region um, welche Art Einkaufstüten und welche Systeme auf dem Markt existieren. Vereinzelt haben Unternehmen bereits Pfandsysteme angeschoben. Dann haben sich die Schüler überlegt, wie das Pfandsystem aufgebaut, welche Größe, Form und welches Design die Tasche haben soll und dass diese praktikabel und haltbar ist. Anders als bei Pfandflaschen aus Plastik soll die robuste Pfandplastiktüte vom Erwerber mehrfach genutzt werden.

Also haben Mate Capin, Jenny Süfke, Henrik Horst, Steven Handschuh, Jonas Olschewski, Daniel Reifschneider, Alexander Jochimsen und Tarek Kouri in ihrer Freizeit – das Abitur haben sie bereits in der Tasche – mit Nicolas Uphaus die Köpfe zusammengesteckt. Sie haben gezeichnet, mehrere Taschenformen aus Papier geklebt – eine sogar aus Stoff genäht – und sich schließlich für eine Grundform entschieden. Ob bis zum Berlin-Termin bereits der Prototyp einer Plastiktüte produziert werden kann, ist zurzeit noch offen. Die Schüler versuchen, Sponsoren für das Projekt zu gewinnen. Nicolas Uphaus sieht durchaus Realisierungschancen. „Ein solches Produkt ist nicht einfach, aber möglich“, sagte der Designer. Er habe große Freude gehabt, mit den Schülern diese konkrete Sache zu erarbeiten.

Auch die Wellingdorfer Schüler sind fest von ihrer Idee überzeugt. „Alleine, dass die Idee ein solch großes Interesse geweckt hat, ist toll“, sagt Steven Handschuh (18). Für Jenny Süfke (18) war es spannend zu sehen, wie Wirtschaftsprozesse von der Entwicklung bis zur Marktreife ablaufen. Dass die Pfandtütenidee auf große Resonanz stößt, zeigt auch eine Petition, die die Schüler zur Einführung des Systems gestartet haben. Dafür haben sie bereits mehr als 50000 Unterschriften eingesammelt.

Link zur Petition

Zur Petition geht es hier.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Events in Kiel

Veranstaltungen in Kiel
Aktuelle Termine, News, Infos.

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3