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Siegeszug der blauen Kacheln

Häuser im Kieler-Woche-Design Siegeszug der blauen Kacheln

Jetzt kachelt’s überall: Erst war es eine Frankfurter Hausfassade, die mit blauen Kacheln im aktuellen Kieler-Woche-Design die Aufmerksamkeit eines Lesers erregte und damit eine Plagiatsfrage aufwarf (KN-online berichtete). Jetzt erreichten die Redaktion noch weitere Irritationen in Blau.

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Beispiel eins: Dieses Frankfurter Bürohaus weist starke Ähnlichkeiten mit dem Kieler-Woche-Design auf.

Quelle: Architekturbüro Hahnefeld Architekten

Kiel. Ein Leser entdeckte das Kieler-Woche-Kacheldesign an einem Ferienhäuschen im Ostseebad Prerow (Darß), ein anderer sogar in seinem Urlaubsdomizil auf der Insel Sal (Kapverden).

Normalerweise gehören Bilder von Duschen nicht unbedingt zum fotografischen Standardprogramm seines Urlaubs. Doch diesmal drückte Sönke Liethmann dann doch auf den Auslöser seiner Kamera. Denn das Design dieser Außendusche einer Pool-Anlage vor seinem Urlaubsappartement auf der Insel Sal erschien dem Profi-Perkussionisten schließlich doch eine Aufnahme wert. „War richtig lustig, so fern der Heimat ausgerechnet in einer Dusche mit lauter blauen Kacheln an die Kieler Woche erinnert zu werden.“ Das Erlebnis im vergangenen Februar hatte er fast schon vergessen. Doch als der Musiker dann das Foto von der blau gekachelten Frankfurter Hausfassade in dieser Zeitung entdeckte, dachte er: „Mit so einem Beispiel kann ich ja auch dienen.“

Genau so ein Gedanke schoss auch Rainer Jucknies beim Lesen des Artikels über das Frankfurter Blaukachelhaus durch den Kopf. Denn dem Mitarbeiter der Kieler Stadtverwaltung (Ferienpassbüro) war bereits bei seinem Urlaub im Herbst 2014 sofort aufgefallen, dass die Fassadenkachelung seines Ferienhäuschens in Prerow (Mecklenburg-Vorpommern) ebenfalls ganz erstaunliche Ähnlichkeit mit dem Kieler-Woche-Plakat aufwies. Das musste natürlich umgehend mit der Kamera dokumentiert werden. „Denn vielleicht haben die Designer des aktuellen Kieler-Woche-Designentwurfs ja ausgerechnet hier Urlaub gemacht und sich dabei von der Fassade unseres Ferienhäuschens für ihren Siegerentwurf inspirieren lassen“, sagt Jucknies mit leicht ironischem Unterton.

Sönke Liethmann hat – nicht nur durch sein Kapverdisches Duscherlebnis – mittlerweile ein entspannteres Verhältnis zum aktuellen Kieler-Woche-Design. Seine anfängliche Skepsis angesichts der von ihm zunächst unterstellten Beliebigkeit des Motivs sei nun einer gewissen Anerkennung der künstlerischen Leistung gewichen. „Irgendwie weckt der Entwurf ja doch viele Assoziationen und entfaltet damit eine gewisse Wirkung.“

Genau diesen „großen Raum für Interpretationen“ hatte die Jury des Kieler-Woche-Designwettbewerbs im September 2014 damals als Begründung für ihre Kür des Siegerentwurfs der beiden Berliner Grafikdesigner Stefan Guzy und Björn Wiede ins Feld geführt. Der Entwurf fordere den Betrachter geradezu auf, eigenen Assoziationen freien Lauf zu lassen: ein Lichtreflex auf der Wasseroberfläche, die Tiefe oder Zartheit bei jedem Wetterumschwung. Das Lob der Jury gipfelte in einem geradezu jubelnden Superlativ: „Noch nie in der Geschichte der Kieler Woche ist das Thema Blau so umfangreich dargestellt worden.“

Stefan Guzy und Björn Wiede wollen ihren Entwurf aber nicht nur auf die 30 Kacheln in unterschiedlichen Blautönen auf den Plakaten beschränkt sehen. Schließlich beinhalte das Konzept ja noch viele weitere Ausführungen ihrer Ideen auf anderen Produkten mit Kieler-Woche-Design.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Diese Kacheln kamen Thomas Hauns irgendwie ziemlich bekannt vor. Nur zierten deren Blautöne auf dem von ihm im Internet entdeckten Bild nicht das diesjährige Kieler-Woche-Plakat, sondern eine Frankfurter Hausfassade.

Diese Kacheln kamen Thomas Hauns irgendwie ziemlich bekannt vor. Nur zierten deren Blautöne auf dem von ihm im Internet entdeckten Bild nicht das diesjährige Kieler-Woche-Plakat, sondern eine Frankfurter Hausfassade.

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