21 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Rekordbeteiligung beim Kahnrudern

Hafenfest Rekordbeteiligung beim Kahnrudern

Das Ellerbek-Wellingdorfer Hafenfest startete in diesem Jahr mit einer Rekordbeteiligung beim Kahnrudern. Und auch prominente Teams, samt Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, gaben sich die Ehre.

Voriger Artikel
Die Welt mit einer Melodie gerettet
Nächster Artikel
Die Jagd nach Toren auf einem Rad

Stadt und Land in einem Boot: Landtagsvizepräsident Bernd Heinemann, Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Ortsbeiratsvorsitzender Daniel Pollmann, Ratsherr Peter Kokocinski und EWSK-Vorsitzender Rainer Carlsson (von rechts) strengten sich mächtig an beim Kahnrudern.

Quelle: Karin Jordt

Ellerbek/Wellingdorf. Im Kahnrudern wie anno dazumal macht den Ellerbeker Fischerfrauen so schnell niemand etwas vor: Beim Hafenfest des EWSK (Ellerbek-Wellingdorfer Segelklub) zeigten sie am Sonnabend wieder einmal ihre Fähigkeiten. Aber auch ein Prominententeam und die Mannschaften benachbarter Vereine gaben beim Kahnrudern mit Rekordbeteiligung alles. Am Ende siegte die Crew des SVE Comet Kiel und erhielt die begehrte Schwentineglocke.

 Die Ellerbeker Fischerfrauen sind bei jedem Hafenfest des EWSK dabei und zeigten beim Kahnrudern wieder ihr Können. Foto Karin Jordt

Im Prominentenboot, das außer Konkurrenz gegen Vorstandsmitglieder befreundeter Vereine antrat, wurde ebenfalls tüchtig geschwitzt: Oberbürgermeister Ulf Kämpfer machte zum ersten Mal beim Kahnrudern mit. In seinem Boot kämpften Ratsherr Peter Kokocinski, Ortsbeiratsvorsitzender Daniel Pollmann und EWSK-Vorsitzender Rainer Carlsson mit Verstärkung von der Landesebene: Bernd Heinemann, Landtagsvizepräsident und Stammgast beim Hafenfest, legte sich heftig ins Zeug und war guter Dinge: „Das ist das erste Mal in acht Jahren, dass wir geradeaus gefahren sind.“ OB Kämpfer war ebenfalls zufrieden, aber geschafft: „Das war toll, aber das geht mächtig in die Arme. Da ist noch Luft nach oben.“ Rainer Carlsson lobte seine Crew: „Der OB war meine Bugjungfer.“ Insgesamt habe die Promi-Mannschaft eine Zeit erreicht, die für einen guten Platz im Mittelfeld gelangt hätte.

Volle Kraft voraus: Beim Hafenfest des Ellerbek-Wellingdorfer Segelklubs (EWSK) siegte die Mannschaft vom SVE Comet (in Gelb), die hier das Team des LTV Kiel-Ost abhängt. Foto Karin Jordt

Weniger um Rekorde als um den Spaß an der Sache geht es auch, wenn die Froonslüüd die Röcke ihrer Trachten raffen und zu flotten Klängen des WTV-Spielmannszuges (Wellingdorfer Turnverein) aufmarschieren, um in den nachgebauten Fischerkähnen „Ellerbek“ und „Wöllndörp“ zu zeigen, wo es lang geht. Dabei hat das Kahnrudern auch historische Bezüge: Denn es waren früher die Frauen, die mit dem Fang der Männer an das andere Fördeufer ruderten, um die Fische am Schuhmachertor, am Wall und am Seegarten zu verkaufen. „Wer toeerst ankeem, kunn uk toeerst de Fisch verköpen“, erläuterte Carlsson, der begeistert über den Einsatz der Damen war: „Ick frei mi, dat hier wedder so veele staatsche Deerns sünd.“ Auch die Trachten seien von guter Qualität: „Dor kannst du mit 100 oder mit 50 Kilo rinkomen.“

Groß war der Jubel bei der Mannschaft von SVE Comet: Jürgen Kops, Heinz Schiefelbein, Florian Wiese, Uwe Kaiser und Frank Oldenburg (von links) ergatterten die begehrte Schwentineglocke. Foto Karin Jordt

Bis zur Wendemarke lag die Frauenriege von „Wöllndörp“ diesmal klar vorn, dann gab es an der Tonne die übliche Pause mit einem flüssigen Frühstück aus den unendlichen Tiefen der wolligen Rocktaschen – „Prost! – und einer einträchtigen, gemütlichen Rücktour. Anschließend stiegen die Teams benachbarter Vereine und Gruppen in die beiden nachgebauten Fischerkähne, kämpften gegen die Uhr, den inneren Schweinehund und um die begehrte Schwentineglocke – und wurden kräftig von den gut gelaunten Zuschauern angefeuert: „Quält euch!“, „Papa, du schaffst das!“, „Gib Gummi!“ – Es siegte der SVE Comet Kiel (ein Zusammenschluss der Vereine Sportclub Comet und Sportverein Ellerbek), den zweiten Platz belegte der PTSK (Post und Telekomsportverein Kiel), gefolgt von Vorjahressieger WSCE (Wassersportclub Ellerbek), 1. KBV (Erster Kieler Bootshafenverein), Ellerbeker Büttgill (Buttgilde), dann Gastgeber EWSK, das Schulwassersportzentrum, LTV (Lauftreffverein) Kiel-Ost, das Kieler Jugendkutterprojekt, WTV (Wellingdorfer Turnverein), SFS (Schwentine Fahrten Segler) und auf dem letzten Platz die Mannschaft von Fischhandel Eduard Wiese & Ivens Kruse mit Dirk Schrader, dessen Team als Trostpreis Sekt bekam. 

EWSK verbindet Tradition und Moderne

Die Organisatoren vom EWSK (Ellerbek-Wellingdorfer Segelklub vun 1926) planen unterdessen schon das Fest des kommenden Jahres, wenn der Verein 90 Jahre alt wird. Neben Regatten, sportlichem Einsatz und geselligen Unternehmungen gehören zum Vereinsleben auch die Pflege der Ellerbeker Fischertradition und der plattdeutschen Sprache. Die beiden Fischerkähne „Ellerbek“ und „Wöllndörp“ sind inzwischen in die Jahre gekommen und sollen demnächst durch neue Nachbauten ersetzt werden. Die Mitglieder schätzen aber auch moderne Yachten, mit denen ebenfalls Wettkämpfe ausgetragen wurden: Die Sieger der EWSK-Segelregatten in drei Klassen sind Stefan Wellendorf mit „Perle“, Carl Steinmeyer mit „Dwarsdriver“ und Hartmut Johannsen mit „Hanne 3“. Bei den Motorbooten siegte Helmut Freund mit „Condor“.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Events in Kiel

Veranstaltungen in Kiel
Aktuelle Termine, News, Infos.

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3