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Harte Prüfung für OB-Kandidaten

Hebbelschüler fragten Harte Prüfung für OB-Kandidaten

Wie können sich Schüler am besten ein eigenes Bild von den Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters machen? Persönlich einladen, dachte sich Lehrerin Anke Christensen und organisierte an der Hebbelschule eine Podiumsdiskussion mit Susanne Gaschke (SPD), Gert Meyer (CDU) und Andreas Tietze (Grüne). Dann ging es zur Sache.

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Drei Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl in Kiel stellten sich den Fragen der Hebbelschüler: Andreas Tietze (Grüne, 2.v.l.), Susanne Gaschke (SPD, 3.v.l.) und Gert Meyer (CDU, 2.v.r.) mit WiPo-Lehrerin Anke Christensen (rechts) und den Schüler-Moderatoren Leefke Schwarz und Leo Gerke.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Es war ein ungewohntes Terrain. Und die Regeln waren knallhart. Gerade drei Minuten hatten die Kandidaten Zeit, um sich vorzustellen. Wer überzog, dem wurde kurzerhand das Mikrofon abgestellt. Und auch die Fragen hatten es in sich. Statt um Parteiprogrammatik ging es in der Hebbelschule vor allem um Themen, die mit dem Alltag der jungen Kieler zu tun haben. Wann bekommen wir eine größere Sporthalle? Wie sieht es mit dem Flaschenverbot in der Bergstraße aus? Welche Auswirkungen hat der Gema-Streit für die Clubs und Diskotheken in Kiel?

Als Moderatoren waren die Elftklässler Leefke Schwarz und Leo Gerke im Einsatz. Ihr Urteil nach dem Frage- und Antwort-Marathon: „Die Kandidaten haben die Fragen relativ direkt beantwortet, und wir haben viel über ihre Wahlversprechen erfahren“, lobten die beiden 16-Jährigen. Das Auftreten von Tietze und Gaschke fanden sie energischer als das von Meyer.

Das wichtigste Thema für die Schüler war der kaum noch nutzbare Sportplatz. Hier waren die Kandidaten gefordert. Tietze versprach, Lösungen zu finden: „Mit mir gibt es gute Schulen und Mensen, ich nehme die Nutzerinteressen sehr ernst“. Gaschke wies auf die Finanzknappheit hin und dass es für die Sanierung der Sportstätten eine anständige Reihenfolge geben müsste, auf die sich alle verlassen können. Meyer vertröstete, nicht alles auf einmal verbessern zu können, denn die Liste sei lang.

Die strengen Zuhörer überzeugte das nicht. Mats Scholties und Lisa Kuchel aus dem zwölften Jahrgang kritisierten die Aussagen als zu „schwammig“. Wer in eine Schule eingeladen sei, sollte sich vorher schlau machen, wie es um diese Schule bestellt ist, meinten sie. Immerhin hätte Tietze einen Grundrissplan dabei gehabt und auch mal drauf geschaut. Er habe zu allen Themen etwas sagen können, vor allem zum Klimawandel und zum Ausbau der erneuerbaren Energien. „Aber ob das die Themen eines Oberbürgermeisters sind, weiß ich nicht“, sagte Mats Scholtis.

Ungescholten kam auch Susanne Gaschke nicht davon. „Ich hätte gerne mehr über sie erfahren“, sagte der 17-jährige Mats nach der Vorstellungsrunde. Die Journalistin habe aber nur dazu aufgerufen, zum Wählen zu gehen „und sich über eine andere Partei lustig gemacht“. Für ihn sei die Oberbürgermeister-Wahl die Wahl einer Person und nicht die einer Partei.

Ein weiteres Top-Thema der Schüler war die Frage, wie die Stadt genügend Wohnraum für Studenten schaffen will. Die Sozialdemokratin Gaschke setzt dabei auf den Wohnungsbau. Der Grüne Tietze sprach dagegen von Alternativen wie Hausboote oder das Teilen von Wohnungen. Christdemokrat Meyer möchte im Innenstadtbereich Baulücken schließen.

Viele Fragen, viele Antworten, doch ein Gefühl blieb: „Wir können uns nicht vorstellen, dass sie so viel anders machen werden als ihre Vorgänger“, erklärten die beiden Moderatoren am Schluss.

Bereits am Freitag treffen die drei Kandidaten erneut aufeinander: Von 11 bis 13 Uhr will ihnen der Haus- und Grundeigentümerverein in der Business-Lounge der Sparkassen-Arena Kiel auf den Zahn fühlen.

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