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Liebe gehört auf den Stundenplan

Hassee/Vieburg Liebe gehört auf den Stundenplan

Liebe, Sex und Partnerschaft: Das sind Themen, die unbedingt auf den Lehrplan gehören, findet Ulrich Pöhlmann, pädagogischer Koordinator an der Gemeinschaftsschule Hassee.

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Einmal im Monat haben die Sexualpädagogen von Pro Familia, Maria Wenke und Dominik Hohnsbehn, das so genannte „Love Team“, eine Sprechstunde für Jugendliche an der Gemeinschaftsschule Hassee angeboten. „Wir hoffen, dass es im nächsten Jahr weitergeht.“

Quelle: Jennifer Ruske

Hassee/Vieburg. Seit 15 Jahren nutzt die Schule deshalb das Angebot von Pro Familia, deren Sexualpädagogen mehr als nur Aufklärungsarbeit übernehmen. Leisten kann sich die Schule die fachliche Unterstützung des „Love Teams“ dank der AOK.

 Einmal im Jahr übernehmen die Sexualpädagogen Dominik Hohnsbehn und Maria Wenke in der Gemeinschaftsschule Hassee den Unterricht in der sechsten und achten Jahrgangsstufe. In allen acht Klassen geht es jeweils einen Vormittag lang nicht um Mathe und Deutsch, sondern um Liebe, Freundschaft, Sexualpraktiken, das erste Mal und um Verhütung. „Sich über den wichtigen Lebensbereich Sexualität austauschen zu können, ist für die Jugendlichen zentral in diesem Alter“, weiß Hohnsbehn. „Die Jugendlichen haben viele Fragen, angefangen von der Periode, über Liebe, Liebeskummer, der erste Sex, Besuch beim Gynäkologen, bis hin zur Penislänge und Selbstbefriedigung.“ In der Gruppe geht es in lockerer Atmosphäre um die verschiedenen Themen, später haben Mädchen und Jungen getrennt die Chance, dem Pädagogen bzw. der Pädagogin die für sie wichtigen Fragen zu stellen. Das ist natürlich für alle freiwillig. „Niemand wird gezwungen, sich zu outen oder Fragen zu stellen“, sagt Maria Wenke. „Nachher werden die Ergebnisse anonym wieder in der Gruppe besprochen – und dabei stellt sich oft heraus, dass die Erwartungen an das erste Mal oder an eine Partnerschaft doch sehr ähnlich sind. Das nimmt den Jugendlichen viel Druck“, sagt Hohnsbehn.

 Wie gut und wichtig das Angebot der Fachleute von pro Familia ist, weiß auch Studiendirektor Pöhlmann. „Für uns als Lehrer wäre diese Arbeit in dieser Form nur eingeschränkt leistbar“, sagt er. Schwierig gestaltet sich das Ganze auch, weil die Jugendlichen, wenn es um solch intime Fragen geht, sich nicht unbedingt Lehrern oder anderen Amtspersonen anvertrauen. Umso wichtiger ist es für Pöhlmann, dass der Unterricht des „Love Teams“ auch im kommenden Jahr fortgeführt wird. „Wir haben in den vergangenen Jahren die Kurse dank der Unterstützung der AOK Nordwest, Niederlassung Kiel realisieren können“, freut sich Pöhlmann. „Präventionsarbeit ist auch für uns eine wichtige Sache“, erklärt AOK-Niederlassungsleiter Jens Krügel das Engagement und stellt die weitere Förderung der Arbeit von Pro Familia in Aussicht.

 Für Pöhlmann und die Pädagogen der Schule sind die Kurse aber nur ein wichtiger Punkt in Sachen Prävention und Aufklärung der Schüler. „Wir planen ein Fach ‚Lebensplanung‘, das in den achten und neunten Klassen unterrichtet werden und das alle Themen von der Partnerschaft bis zur Steuererklärung abdecken soll“, erklärt Pöhlmann. Derzeit arbeite die Schule an einem Konzept. Wann dieses umgesetzt werden kann ist allerdings noch nicht klar. Schneller hingegen ließ sich die regelmäßige Sprechstunde des „Love Teams“ von Pro Familia einrichten. „Die gab es im vergangenen Schuljahr einmal im Monat.“ Wie gut diese bei den Schülern angekommen ist, wird jetzt ausgewertet. „Ich hoffe aber, dass wir diese auch im kommenden Jahr wieder anbieten können, denn eine Intensivierung der Aufklärung der Schüler ist mehr als notwendig“, sagt Pöhlmann. „Leider“, sagt er, „sei das aber auch immer eine Sache der finanziellen Mittel“.

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