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Wo sind die verschwundenen Katzen?

Hassee Wo sind die verschwundenen Katzen?

Seit Pfingstmontag ist Kater Mika wie vom Erdboden verschluckt. Frauchen Anja Jessen-Lobeck ist sehr traurig, hat Plakate verteilt und die Gegend abgesucht. Doch sie ist nicht die Einzige, die momentan ihre Katze sucht. Innerhalb der letzten drei Wochen sind in Hassee, vor allem im Bereich Krummbogen, mehrere Katzen verschwunden.

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Kater Mika wird seit Pfingstmontag von seinem Frauchen Anja Jessen-Lobeck vermisst. Sie ist nicht die Einzige, die momentan ihre Katze sucht. Dem Tierheim liegen aus dem Bereich Krummbogen bereits zehn Meldungen vor.

Quelle: hfr

Hassee. Dem Tierheim liegen bereits zehn Meldungen vor. Der vier Jahre alte und rot getigerte Kater Mika ist nachts unterwegs. „Tagsüber schläft er und ist total verschmust“, berichtet Halterin Anja Jessen-Lobeck. Sie macht sich große Sorgen, denn „er war noch nie so lange weg. Vielleicht hat ihn ja jemand mitgenommen“, vermutet sie.

Elisabeth Haase, Leiterin des Tierheims Uhlenkrog, geht davon aus, dass noch mehr Katzen verschwunden sind, „denn nicht jedes vermisste Tier wird uns gemeldet“, erklärt sie. Das Verschwinden der Samtpfoten könnte verschiedene Gründe haben: „Es ist Frühling, und da einige Kater unkastriert sind, könnte es sein, dass sie sich auf weite Streifzüge begeben haben“, so die Expertin. Manchmal werden aber auch scheinbar herrenlose Katzen von Tierfreunden eingesammelt und behalten. Sie empfiehlt deswegen, Haustiere kastrieren, chippen und vor allem auch registrieren zu lassen. Dann besteht eine Chance, die vermissten Stubentiger über das Tierheim oder die Polizei wiederzufinden. „Die Nachbarschaft sollte im Moment auch ein waches Auge in diesem Gebiet haben“, rät sie. Denn es könnten auch Vogel- und Naturfreunde hinter dem Verschwinden stecken: „Katzen fangen im Frühjahr Singvögel und deren Brut, ebenfalls die Jungen von Kleinsäugern. Kann sein, dass sie dann schon mal von Tierfreunden verscheucht oder eingefangen werden“ – auch das wäre für Elisabeth Haase eine mögliche Erklärung. Um die Jagd auf Jungtiere einzuschränken, empfiehlt sie, die Katzen momentan lieber mehr im Haus zu halten, „besonders nachts und am frühen Morgen, da sind die Jungtiere besonders aktiv“.

Ein Einfangen der Tiere für Tierversuche schließt Elisabeth Haase aus. „Das ist unwahrscheinlich, denn Versuche müssen angemeldet werden, und Versuchstiere stammen von kontrollierten Zuchtstämmen ab“, erklärt sie. Auch den Einsatz von Jägern hält sie im Straßenbereich für unwahrscheinlich, das wäre eher im Vieburger Gehölz möglich. „Vielleicht sind sie Opfer im Straßenverkehr geworden, denn nicht alle toten Tierkörper werden eingesammelt und ins Tierheim gebracht“, sagt sie. Merkwürdig sei bei all dem aber, dass es verstärkt im Gebiet Krummbogen zu beobachten sei.

Kater Mika ist übrigens kastriert, gechippt und registriert. „Es ist wirklich schrecklich, dass man nicht weiß, was mit ihm ist“, bedauert Mikas Frauchen. Die Hoffnung aber gibt sie noch nicht auf.

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