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Mädchen-Gang soll für die Schäden zahlen

Hauptbahnhof Kiel Mädchen-Gang soll für die Schäden zahlen

Die Serie von Sachbeschädigungen an Fahrzeugen der Bundespolizei am Hauptbahnhof Kiel, für die eine Gruppe junger Mädchen verantwortlich ist, sorgt für Kopfschütteln und Empörung. „Warum werden die Täterinnen nicht bestraft?“, fragen viele Leser bei KN-online. Die Bundespolizei verfolgt einen Weg.

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Tatort Parkplatz: Eine Mädchen-Gang hat in den vergangenen Wochen mehrfach Fahrzeuge der Bundespolizei am Bahnhof beschädigt.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Natürlich versuchen wir, dass die Beschuldigten für die Schäden aufkommen“, sagt Michael Hiebert von der Bundespolizei-Inspektion in Kiel. Neben Strafanzeigen gegen die jungen Kielerinnen, die zwischen 13 und 16 Jahre alt sind, habe die Behörde beim Amtsgericht in der Landeshauptstadt einen sogenannten Titel beantragt, um die Kosten für Reparaturen eintreiben zu können. „Stimmen die Richter zu, müssen die Beschuldigten den Sachschaden in jedem Fall begleichen – so ein Titel gilt 30 Jahre lang“, so Hiebert. Um die Einsatzfahrzeuge allerdings schnell wieder nutzen zu können, müsse der Bund in Vorleistung gehen und demolierte Windschutzscheiben, zerstochene Reifen und Grafitti-Schmierereien auf Kosten der Steuerzahler beseitigen lassen. Mindestens sechs Fälle konnten der Mädchen-Gang nachgewiesen werden, der Schaden beträgt mehrere Tausend Euro. Die Täterinnen, die offenbar gezielt von der Polizei aufgegriffen werden wollen und die Beamten nach Sachbeschädigungen sogar selbst per Handy alarmierten, stammen aus „soliden familiären Verhältnissen“. Die Polizei schätzt, dass die Teenager Aufmerksamkeit erregen wollen.

Jugendamt ist eingeschaltet

Das Jugendamt der Stadt Kiel ist bereits seit mehreren Wochen in den Fall involviert. „Gemeinsam mit der Polizei und der Staatsanwaltschaft versuchen wir, im Zuge der Jugendhilfe Wege zu finden, die jungen Mädchen von ihrem kriminellen Kurs abzubringen“, sagt Stadtsprecherin Annette Wiese-Krukowska. Erkenntnissen des Jugendamtes zufolge gehört die Bahnhofs-Gang zu einem noch größeren Netzwerk von etwa zehn bis zwölf jungen Mädchen, die verstärkt durch kriminelle Aktionen auffällig werden. „Einige von ihnen stammen aus dem Kreis Plön, so dass wir auch bereits mit den zuständigen Instanzen des Nachbarkreises in Kontakt stehen“, so Wiese-Krukowska. Zu möglichen Konsequenzen will die Stadt öffentlich nichts sagen. Die Kieler Staatsanwaltschaft kündigt an, sich zu der Mädchen-Gang am Freitag äußern zu wollen.

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Tatort Kieler Bahnhof
Foto: Ungewöhnlicher Ärger für die Bundespolizei: Oberkommissar Stefan Bildt (rechts, 39) und sein Kollege Lukas Michaelsen (23) müssen bei Streifen auch besonders auf ihre Fahrzeugflotte Acht geben. Immer wieder werden die Streifenwagen beschädigt.

Vier junge Mädchen halten die Bundespolizei am Kieler Hauptbahnhof seit Wochen auf Trab. Gezielt versuchen sie, die Beamten zu provozieren. Immer wieder beschädigen die Jugendlichen die Einsatzfahrzeuge.

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