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„Aidaprima“ am Pranger

Heimliche Messung „Aidaprima“ am Pranger

Ein Team des ARD-Verbrauchermagazins „Plusminus“ hat an Bord der „Aidaprima“ heimlich Messungen der Außenluft gemacht. Es maß an Deck des 300 Meter langen Schiffes hinter dem Schornstein sehr hohe Konzentrationen, die gesundheitsschädlich sein können. Aida weist die Vorwürfe zurück.

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Feinstaub aus dem Schornstein der „Aidaprima“ sorgt für heftige Kritik.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Nach dem am Mittwochabend ausgestrahlten Bericht wurden dabei alarmierende Konzentrationen der als besonders gesundheitsgefährdend geltenden ultrafeinen Partikel gemessen. So sollen bis zu 500 000 Partikel je Kubikzentimeter an Deck auf einem Platz hinter dem Schornstein gemessen worden sein. Im Durchschnitt der halbstündigen Messung lagen die Werte dort mit 68000 Partikeln je Kubikzentimeter rund 50-mal höher, als bei sauberer Seeluft zu erwarten wäre. „Die Abgaswerte auf der ,Aidaprima’ sind erschreckend hoch. Die Crew und die Passagiere an Bord werden Konzentrationen gesundheitsgefährdender Luftschadstoffe ausgesetzt“, kritisiert Leif Miller, der Geschäftsführer des Naturschutzbundes Deutschland. Zuvor hatten französische Journalisten auf einem italienischen Kreuzfahrtschiff noch höhere Werte gemessen. Die Messwerte seien ein eindeutiger Hinweis darauf, dass der von Aida angekündigte Partikelfilter auch fast ein Jahr nach der Jungfernfahrt immer noch nicht in Betrieb sei, so Miller.

Aida hat dagegen große Zweifel an der Validität und der wissenschaftlichen Grundlage der Messungen mit Handgeräten. Man investiere sehr viel in die modernste und umweltschonendste Technologie, die es heute für Schiffsmotoren gebe, hieß es. Die „Aidaprima“ sei mit modernen Dieselmotoren der Marke MaK aus Kiel ausgerüstet, die alle geltenden Grenzwerte deutlich unterschritten. Mittelfristig will Aida als erste Kreuzfahrtreederei weltweit auf verflüssigtes Erdgas als Treibstoff umstellen.

"Die im Beitrag gezeigten Messungen an Bord von ‚Aidaprima’ entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage und stellen kein anerkanntes Prüfverfahren dar. Statt wissenschaftlich fundierte Fakten zu präsentieren, spielen die Autoren des Beitrages und der NABU mit den Ängsten der Verbraucher“, sagt Aida-Umweltdirektorin Monika Griefan.

Mit den Vertretern des Nabu sei man laufend im Gespräch und informiere sie auch vor Ort an Bord unserer Schiffe über den aktuellen Stand der Entwicklung, so Griefahn. „Ungeachtet der Kampagne des NABU gehen wir konsequent unseren Weg weiter, die Emissionen soweit zu senken, wie zur Zeit technisch möglich. Dabei betrachten wir stets alle verfügbaren Optionen, um den jeweils neuesten Stand der Technik berücksichtigen zu können“, so Griefahn. „Die ‚Aidaprima’ verfügt über die modernste Umwelttechnologie, die derzeit technisch auf einem Passagierschiff machbar ist“, so Monika Griefahn weiter.

Aida weist NABU-Vorwürfe zurück

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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