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Kiel brennt für Olympia

Eventuelle Bewerbung Hamburgs Kiel brennt für Olympia

Olympisches Segeln in Kiel scheint wieder möglich. Über 40 Jahre nach den Wettbewerben von 1972 in Kiel-Schilksee ist es plötzlich erneut Thema: Die Hamburger Handelskammer plädiert für eine Bewerbung der Hansestadt um die Olympischen Sommerspiele 2024 oder 2028. Die Segelsportler sollten dann natürlich in Kiel auf das Wasser gehen. Zumindest sehen das führende Kieler aus Politik und Wirtschaft so.

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Auf diesem Moment hatten alle gewartet: Am 29. August 1972, Punkt 11.30 Uhr, fallen auf den drei Regatta-Bahnen in Schilksee die Startschüsse zu den ersten Olympia-Regatten. 320 Segler aus 42 Nationen kämpfen fortan um die Medaillen in sechs olympischen Bootsklassen.

Quelle: hfr

Kiel. Begeistert äußert sich Klaus-Hinrich Vater: „Kiel ist für die Olympischen Spiele im Norden der geborene Partner bei den Segel- und Surfwettbewerben“, erklärt der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Kiel: „Die Wirtschaft wird alles in ihrer Macht Stehende tun, um als verlässlicher Partner zur Verfügung zu stehen.“ Vater greift damit die Meinungsumfrage der Handelskammer Hamburg auf, die in der Hansestadt eine positive Resonanz von 59 Prozent für eine Olympia-Bewerbung abbildete.

Nachdem Münchens Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2022 durch einen Bürgerentscheid gekippt wurde, scheint nun der Weg frei für einen erneuten Antrag für Sommerspiele in einer deutschen Metropole. Hamburg und Berlin stehen im Wettstreit, sagt zumindest Reinhard Wolf, Syndikus der Hamburger Handelskammer. „Die Segelwettbewerbe müssen aber an der Küste stattfinden“, erklärt er. In Kiel machen sich daher Hoffnungen auf olympische Segler und Surfer auf der Förde breit.

„Eines ist klar“, sagt der Fraktionsvorsitzende der CDU im Kieler Rathaus und designierte Oberbürgermeisterkandidat von Union und FDP, Stefan Kruber: „Olympische Spiele in Deutschland mit Kiel sind nur denklogisch.“ Auch sein Konkurrent, Ulf Kämpfer, Kandidat von SPD, Grünen und SSW, macht sich für Kiel stark: „Wenn sich Hamburg dafür entscheidet, ist Kiel natürlich erste Wahl. Sie können gar nicht anders.“ Für ihn könnten Olympische Spiele in der Landeshauptstadt ein Kulminationspunkt für langfristige Entwicklungen der Infrastruktur sein.

Auch Ulrich W. Ellerbeck, Vorsitzender des Kieler Yacht-Clubs (KYC), ist von der Idee, zum dritten Mal in Kiel olympische Segel zu setzen, begeistert: „Es wäre für uns Ehre und Freude zugleich. An vielen Austragungsorten wurden Segelstätten für viel Geld errichtet, die nachher nicht genutzt werden. Wir haben Nachhaltigkeit nach 1972 unter Beweis gestellt.“

Der Olympiahafen Kiel-Schilksee der Sommerspiele 1972 in München engagierte sich schon für eine Perspektivbewerbung 2012. Doch Kiel stolperte bereits im Vorentscheid, die Delegierten des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) gaben Rostock-Warnemünde den Vorzug. Der Hafen in Schilksee wird aber weiterhin voll genutzt. Selbst der Sporthafen Düsternbrook vor den Toren des KYC, Austragungsstätte 1936, wird noch angefahren. Nicht nur deshalb sagt Ulf Kämpfer: „Wir haben das Knowhow und schon relativ viele Vorarbeiten geleistet.“

Die erneuten Diskussionen hatte die Hamburger Handelskammer mit einer Aufforderung an Hamburgs Ersten Bürgermeister Olaf Scholz ausgelöst: „Packen Sie es an!“, sagte Präses Fritz Horst Melsheimer. Daraufhin äußert sich auch die Landesregierung Schleswig-Holsteins positiv: „Kiel und Lübeck haben das Zeug, solche Wettbewerbe auszutragen“, sagt Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). Dass 2024 oder 2028 neben den Segelvergleichen auch noch Windsurfen an der Küste stattfinden muss, ermuntert Stefan Kruber zu einem salomonischen Urteil: „Ich denke, es wäre mit dem olympischen Geist vereinbar, wenn die Windsurfwettbewerbe in Westerland stattfinden und das Segeln in Kiel.“

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