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Keine Chance für Baupläne

Helmut-Hänsler-Platz Keine Chance für Baupläne

Mehrmals hat die Stadt versucht, den Helmut-Hänsler-Platz im Zentrum Neumühlen-Dietrichsdorfs zu verkaufen. Auf Gegenliebe stieß dieser Plan jedoch nie so richtig. In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Ortsbeirat Neumühlen-Dietrichsdorf/Oppendorf nun einhellig gegen eine Bebauung des Platzes unterhalb des Wasserturms ausgesprochen.

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Der Helmut-Hänsler-Platz in Neumühlen-Dietrichdorf: Die Stadt will den Platz zwischen Ostring (links), Masurenring (hinten) und Johannisburgerstraße (rechts) mit 3- bis 4-geschossigen Häusern bebauen. Ortsbeirat und Stadtteilbewohner wollen das nicht.

Quelle: Volker Rebehn

Neumühlen-Dietrichsdorf. „Die Meinung der Bevölkerung ist ausschlaggebend: Die will das nicht“, fasste Dieter Brodersen (CDU) die aufgebrachte Stimmung der zahlreichen Besucher im Vereinsheim der NDTSV Holsatia zusammen. „Die Stadt kann sich nicht einfach darüber hinwegsetzen.“ Vorher hatte Heidrun Brauchle vom Stadtplanungsamt die Absichten der Stadtverwaltung vorgestellt. Danach soll eine 1000 Quadratmeter große Grundfläche des insgesamt 2670 Quadratmeter großen Platzes für eine drei- bis viergeschossige Bebauung genutzt werden. Im Erdgeschoss seien kleinere Geschäfte, in den oberen Geschossen Wohnungen unterschiedlicher Größen angedacht.

 Wer diese Wohnungen beziehen könnte, erläuterte Martin Reinhart, Amtsleiter im Amt für Wohnen und Grundsicherung. „Es soll eine Durchmischung aus sozialem Wohnungsbau und kostengünstigem Wohnen für Jung und Alt geben“, sagte er. Auf Nachfrage von Stadtteilbewohnern fügte er hinzu, dass dort auch Flüchtlinge einziehen könnten. Reinhart wies auch auf den wachsenden Druck auf die Stadt hin, Wohnraum zu schaffen. Zurzeit würden in Kiel insgesamt 1800 Wohneinheiten benötigt. Und weil die Stadt einen Versorgungsauftrag habe, werde versucht, jedes freie Fleckchen zu nutzen. Da die Stadt aber nur unmittelbaren Zugriff auf ihre eigenen Grundstücke habe, versuche sie diese zu verkaufen.

 Der Ortsbeiratsvorsitzende Gernot Starke (SPD) fragte in die Runde, ob nicht vielleicht eine Randbebauung an der Johannisburger Straße vorstellbar sei – und erntete prompte Antworten. „Wir geben keinen Millimeter unseres Platzes her“, sagte ein Stadtteilbewohner. Plätze wie der Wilhelmplatz seien viel größer. Andere verwiesen auf die zahlreichen leerstehenden Wohnungen und unbebauten Grundstücke. Die lägen zum Teil jahrelang brach, obwohl dort gebaut werden kann. So etwa das Grundstück in der Quittenstraße oder das alte Einkaufszentrum an der Insterburger Straße. „Wir sind mit den privaten Eigentümern im Gespräch, haben aber keine Machtmittel“, bedauerte Reinhart.

 Möglicherweise wären der Verkauf des Helmut-Hänsler-Platzes und dessen vorgesehene Bebauung am Ortsbeirat vorbeigegangen. In einer Geschäftlichen Mitteilung hatte die Stadtverwaltung im vergangenen November den Bauausschuss informiert, fünf städtische Grundstücke verkaufen zu wollen. Dazu gehörten in Neumühlen-Dietrichsdorf neben dem Helmut-Hänsler-Platz auch das Eckgrundstück Langer Rehm/Ostring. Ratsfrau Sigrid Schröter (CDU) hakte nach und erreichte, dass der Ortsbeirat vor einer möglichen Veräußerung eingeschaltet wird.

 Die Verwaltung zog ihr Exposé zurück – wie übrigens auch das über die Segeberger Landstraße. Marco Outzen (SPD), Vorsitzender des Ortsbeirates Wellsee/Kronsburg/Rönne, sah ebenfalls noch Beratungsbedarf.

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