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Privatinitiative findet großen Widerhall

Hilfe für Flüchtlinge Privatinitiative findet großen Widerhall

Die Initiativen zur Unterstützung von Flüchtlingen in Kiel wachsen. So haben Faiza Tahir, BWL-Studierende an der Fachhochschule Kiel, und einige Freunde erst vor einer Woche die Aktion „Kiel hilft Flüchtlingen“ auf Facebok ins Leben gerufen. Sammeln wollten sie für Flüchtlinge, die kommende Woche in das neu errichtete Containerdorf am Nordmarksportfeld einziehen.

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Viele kamen, um Spenden für Flüchtlinge abzugeben. Darunter war auch Friderike Schoff (v.l) , die unter anderem Winterkleidung, Handtücher und Spielsachen brachte. Darüber freuten sich die ehrenamtlichen Helfer Arne Nitsch, Mona Grünitz und Adeel Tahir.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Ihr Aufruf fand einen enormen Widerhall. Vor der „Küche ahoi!“ am Blücherplatz gaben zahlreiche Menschen aus Kiel und der Umgebung am Wochenende sehr viele Spenden ab.

 Gleich mit dem Start der Sammelaktion am Sonnabend um 10 Uhr herrschte vor der „Küche ahoi!“ reger Betrieb. Beinahe ohne Pause kamen Menschen, brachten Kartons und Tüten voll mit Kleidung, Bettwäsche, Handtücher, Hygieneartikeln oder Spielzeug. Doch genauso schnell, wie sich die Kartons und Kisten stapelten, wurden sie schon weitertransportiert.

 Die Facebookgruppe war gut vorbereitet. Die einen beschrifteten die einzelnen gebrachten Kartons, andere trugen diese in Privatautos, die für diese Aktion zur Verfügung gestellt wurden. Andere holten Spenden per Auto ab. In Privaträumen und Garagen wird alles zwischengelagert und sortiert.

 „Wir sind nur Bürger, die helfen wollen“, sagten Faiza Tahir und die anderen Helfer über die tolle Resonanz. So sei nicht nur sehr viel gespendet worden. Spontan seien weitere Lagerräume angeboten worden. Hilfe habe auch eine Spedition angeboten. Die Initiative hoffe jetzt auf einen größeren, zentralen Lagerraum. Mit dem DRK und anderen Organisationen werde dann abgesprochen, wie die Sachen direkt an die Flüchtlinge auf dem Nordmarksportfeld übergeben werden können. „Ich bin im Krieg groß geworden und habe selbst Not erlebt“, erzählt Edith Bak. Das Schicksal der Flüchtlinge berühre sie sehr. Als die Suchsdorferin dann in den Kieler Nachrichten vom Aufruf der Facebookgruppe gelesen hat, hätten sie und ihr Mann Rudolf spontan Wolldecken, Handtücher und Hygieneartikel zusammengepackt und zum Blücherplatz gefahren.

 In seiner Firma hat Marc Hansen-Weidemann von der Aktion gehört. „Es ist mitnehmend, welche Strapazen diese Menschen durchmachen“, sagt der Kronshagener. Mit seiner Frau Nicole und den Kindern Mia (9), Josh (6) und Luke (4) habe er daher diesen Menschen helfen wollen. „Großartig“ fand auch Friderike Schoff aus Kiel die Initiative und brachte zehn Kartons voll mit Spenden vorbei.

 Die Initiative fand auf Facebook sofort großen Rückhalt. Mittlerweile gehörten 1336 Mitglieder, so erzählt Faiza Tahir, der Hauptgruppe an. Man sei insgesamt gut organisiert. Die Sammelaktion am Wochenende hätten 30 Frauen und Männer unterstützt. Ziel von „Kiel hilft Flüchtlingen“ sei es auch, den Kontakt zu anderen Unterstützergruppen und Initiativen aufzubauen. Weitere Aktionen könnten dann koordiniert werden, sodass Spenden gezielt an Flüchtlinge in anderen Unterkünften verteilt werden können.

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