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Ein Schulbus für Waisen in Ghana

Hilfsaktion aus Kiel Ein Schulbus für Waisen in Ghana

Mit seiner Spendenaktion „FaceBus“ will Torsten Creutzburg aus Kiel die Verschiffung und Einfuhr eines Schulbusses für Waisen in Ghana finanzieren.

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Der erste Schritt ist getan. Jetzt hofft Torsten Creutzburg, dass er den Kleinbus schon bald per Schiff von Hamburg nach Accra schicken kann.

Quelle: hfr

Kiel/Accra. Es ist vier Jahre her, dass der Kieler Journalist und Sprecher Torsten Creutzburg beschloss, nicht mehr länger darüber nachzudenken, etwas Gutes zu tun, sondern es einfach zu tun. Nicht anonym und aus der Ferne, sondern persönlich und mit vollem Einsatz. Dieser Entschluss setzte eine Lawine in Gang, die mit einer ersten Mail an den Leiter eines Waisenhauses in Ghana begann und in eine erfolgreiche Spendenaktion für einen neuen Schulbus mündete. Nun muss der Kleinbus nach Ghana verschifft werden – ein teures Unterfangen. Mit der Aktion „FaceBus“ wirbt Creutzburg um weitere Spenden, denn: „Aufgeben ist keine Alternative.“

 Das Prinzip von „FaceBus“ ist einfach. Wer den 15 ehemaligen Straßenkindern des Waisenhauses helfen möchte, zur Schule zu kommen, kann im Internet unter „FaceBus.net“ ein Foto von sich hochladen und spenden. Alle Spenderfotos werden – sofern von den Spendern gewünscht – am Ende der Aktion von einem Kieler Spezialbetrieb als Collage auf den Bus geklebt. Das soll nicht nur ein Dankeschön sein, sondern den Kindern in Ghanas Hauptstadt Accra zeigen, wer ihnen geholfen hat. „Sie sollen sehen, dass der Bus nicht vom Himmel gefallen ist, sondern dass es eine Gemeinschaft gibt, die sie unterstützt“, erklärt Torsten Creutzburg.

 Er selbst gehört auch dazu, wollte raus aus seiner Komfortzone. „Komm vorbei, ich zeige dir alles“, hatte Waisenhaus-Leiter James Kotey am Telefon zu ihm gesagt. Creutzburg flog für vier Wochen nach Ghana und begab sich mit Kotey auf eine Expedition in die Elendsviertel der Stadt. Dorthin, wo Familien in Holzverschlägen neben Abwasserkanälen hausen, wo bittere Armut und Unterernährung an der Tagesordnung sind und es weder Strom noch fließendes Wasser gibt. „Es hat mich umgehauen“, erinnert sich der 36-jährige Journalist. Gleichzeitig war er von der Herzlichkeit und Offenheit, mit der die Menschen ihn aufnahmen, tief beeindruckt. 15 Kinder hat Kotey, selbst ein ehemaliges Straßenkind, von der Straße geholt oder aus Familien, die nicht für ihre Kinder sorgen können. Maximal 20 sollen es werden. In seinem Waisenhaus schafft er für sie familienähnliche Strukturen und ermöglicht ihnen eine Schulbildung. „Als ich zurückflog, war mir klar, dass die Reise nicht nur der Beginn einer Verbindung war, sondern auch einer Verpflichtung.“

 Creutzburg begann, Geld für dringend benötigte Dinge zu spenden, zum Beispiel ein neues Wasserfass. Als der verrostete alte Bus, ohne den die Kinder zwischen sechs und 16 Jahren besonders in der Regenzeit nicht zur Schule kommen, endgültig liegen blieb, startete Creutzburg eine Spendenaktion im Internet. Mit Erfolg: 5000 Euro kamen zusammen und wurden nach mühsamer Recherche in einen gebrauchten Kleinbus investiert. „Man kann die Leute erreichen“, sagt Creutzburg, der auch Unterstützung von schleswig-holsteinischen Unternehmen sowie dem Ex-Fußballprofi Hans Sarpei erhält. Jetzt hofft er auf die baldige Verschiffung des Kleinbusses. Kontakt und Infos unter www.FaceBus.net, www.waisenhaus-ghana.de oder info@FaceBus.net.

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

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