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Ein Supermond so nah wie selten

Himmelserscheinung Ein Supermond so nah wie selten

„Guter Mond, du gehst so stille in den Abendwolken hin“, heißt es in einer alten Liebesklage. Doch am Montag sorgt der Satellit für Gesprächsstoff: Als Supermond wird der Vollmond besonders groß und gut zu erkennen sein, weil er uns so nah wie selten kommt.

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Im Verhältnis einer Zwei-Euro- zu einer Ein-Euro-Münze wird der Mond am Montag größer sein, hier gezeigt von Experimentalphysiker und Hobbyastronom Prof. Holger Kersten.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Experimentalphysiker und Hobbyastronom Prof. Holger Kersten von der Kieler Uni erklärt, warum. Der Erdmond ist mit seinen über vier Milliarden Jahren fast so alt wie die Erde, sein Durchmesser beträgt aber nur ein Viertel unseres Planeten. „Wie ein riesiger Spiegel reflektiert er das Licht der Sonne zur Erde und aus den unterschiedlichen Beleuchtungsverhältnissen, die sich aus der Stellung des Mondes zur Sonne und Erde ergeben, kommt es zur Entstehung der Mondphasen“, so Kersten. Und so haben wir jeden Monat einmal Vollmond.

 Damit aus dem Mond ein sogenannter Supermond wird, müssen zwei Ereignisse zusammentreffen: Es muss Vollmond sein, und der Mond muss der Erde besonders nahe kommen. „Dazu muss man wissen, dass der Mond die Erde auf einer elliptischen und nicht auf einer kreisrunden Bahn umläuft und sich je nach Position mit über 405000 Kilometern in größter Erdferne (Apogäum) oder mit unter 360000 Kilometern in Erdnähe (Perigäum) befindet“, erklärt Kersten. Am Montag ist er mit 356400 Kilometern Entfernung der Erde sogar besonders nah. Das wiederum liegt an den anderen Planeten und der Sonne, die die Mondbahn stören und damit beeinflussen. Das war übrigens vor 70 Jahren das letzte Mal der Fall und wird so ähnlich erst im Jahre 2034 wieder so sein.

 Wer den Supermond sehen möchte, sollte sich ab dem späten Nachmittag Zeit für ihn nehmen: Eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang, nach 17 Uhr also, geht er über Deutschland auf und ist bei wolkenlosem Wetter bis um 8 Uhr am nächsten Morgen (Dienstag) zu sehen. Wie viel größer der Supermond – also Vollmond im erdnächsten Punkt – zum Vollmond erscheint, lässt sich im Größenvergleich einer Ein-Euro-Münze zu einer Zwei-Euro-Münze darstellen, so Kersten. „Das ist eigentlich nicht viel und deshalb auch nicht besonders spektakulär“, findet der Hobbyastronom.

 Hysterische Frauen, Kriege, idealer Zeitpunkt, um zum Friseur zu gehen oder mit einer Fastenkur zu beginnen: Im Internet findet man viele Ideen, wie sich diese Vollmondkonstellation im Sternbild Stier auf den Menschen auswirken kann. „Eine echte Auswirkung gibt es aber nur durch Ebbe und Flut, die am Montag stärker sein könnten. Je näher der Mond an der Erde ist, desto größer die Gravitationskraft. Das kann zu höheren Springfluten führen“, beschreibt Holger Kersten. Ihm sei auch verständlich, dass man in Vollmondnächten schlechter schlafen kann, „weil es nachts heller ist, besonders im Winter, wenn der Vollmond höher steht als im Sommer.“ An alles andere glaubt er nicht.

 Dass uns Menschen der Mond am Horizont größer erscheint als hoch am Himmel, ist übrigens eine optische Täuschung unseres Gehirns. „Der Vollmond wirkt besonders groß und eindrucksvoll, wenn er neben Häusern oder Bäumen zu sehen ist. Er ist aber die ganze Zeit gleich groß“, betont der Experte.

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