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Einblicke in U-Boot-Entwicklung in Kiel

Historische Aufarbeitung Einblicke in U-Boot-Entwicklung in Kiel

„In Kiel gab es damals aufstrebende Werften und gute Arbeitsbedingungen. Doch beim U-Boot-Bau hinkte Deutschland hinter anderen Nation her“, sagt Jürgen Rohweder. Der promovierte Historiker hat den U-Boot-Bau intensiv aufgearbeitet. Heraus kam das Buch „Leiser, tiefer, schneller – Innovationen im deutschen U-Boot-Bau“.

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Probefahrt in der Kieler Bucht. Die modernen U-Boote des Typs 212 A der deutschen Marine wurden in Kiel entwickelt. Das erste Boot war „U 31“, das 2005 in Dienst gestellt wurde.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Was wäre wohl passiert, wäre der spanische Ingenieur Raimondo Lorenzo'Equevilley-Montjustin 1902 nicht nach Kiel gereist und von der Germania-Werft eingestellt worden? Der Spanier hatte zuvor in Frankreich beim Bau des U-Bootes „Narval“ mitgewirkt. Danach zog er weiter.

Dabei fing alles weit vor 1902 in Kiel an. Bei der Kesselschmiede von Howaldt & Schweffel verwirklichte der bayrische Unteroffizier Wilhelm Bauer 1850 seine Idee von einem U-Boot. Unter dem Namen „Brandtaucher“ entstand der Urahn der deutschen U-Boote. Auf der Innenförde sank das Boot bei der ersten Probefahrt am 1. Februar 1851. Dort erinnerte bis vor Kurzem auch eine Büste von Wilhelm Bauer an die Geschichte des ersten U-Bootes. Diese Büste ließ die Stadt jedoch entfernen und einlagern, da sie nicht in das moderne Konzept des Schifffahrtmuseums passte.

Zunächst war Russland der Abnehmer

Die russische Marine war der erste Kunde für U-Boote aus Kiel. 1904 bestellte Russland in Kiel bei der Germania-Werft drei von ihnen. Erst danach entdeckte auch die deutsche Marine die Fähigkeiten. Fähigkeiten, die 50 Jahre weltweit Schrecken verbreiteten. „Ich wurde in Kiel als Sohn eines U-Boot-Offiziers 1941 in Kiel geboren. Mein Vater war leitender Ingenieur auf einem deutschen U-Boot im Zweiten Weltkrieg“, berichtet Rohweder. Als später die Bundesmarine gegründet wurde, war Rohweders Vater auch wieder dabei. „Er war Kommandeur der U-Bootlehrgruppe der Bundesmarine. Wir Kinder durften damals auch mal mit an Bord“, erinnert er sich. Er selbst diente als Schnellbootfahrer bei der Marine, studierte Geschichte an der Uni Kiel und wurde Zeitungsredakteur in Glückstadt. Später wechselte auf den Posten des stellvertretender Regierungssprechers in Hannover und wurde dann Pressesprecher der Keksfirma Bahlsen. 1990 holt ihn der Stahlkonzern Salzgitter und schickt ihn als Pressesprecher der Werft HDW nach Kiel. „Dann hatte ich plötzlich wieder mit U-Booten zu tun“, sagt Rohweder. In Kiel holt er den renommierten Marine- und Jachtfotografen Peter Neumann ins Boot, der auch in dem Buch viele Zeitdokumente veröffentlichte. In dem Buch sind auch viele bisher unveröffentlichte Bilder zu sehen.

Bis zu seinem Ruhestand 2006 begleitet er die Entwicklung der Brennstoffzellen-U-Boote. Probefahrten vor Norwegen und in der Eckernförder Bucht, Taufen und Indienststellungen waren sein Alltag. „Der moderne U-Bootbau ist heute eigentlich nur noch mit der Raumfahrttechnologie vergleichbar“, sagt Rohweder.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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