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Seine Bilderwelt ist eine Kugel

Hobbyfotograf Seine Bilderwelt ist eine Kugel

Der Hobbyfotograf Olaf Krebs (49) hat ein einmaliges Projekt auf die Beine gestellt. Rund um die Kieler Förde hat er mehrere Hundert Fotos gemacht und zu Dutzenden 360-Grad-Ansichten – sogenannten Kugelpanoramen – verbunden.

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Der Mönkeberger hat rund um die Förde Panoramafotos angefertigt.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Nicht immer blieb seine Kamera dafür am Boden. Viele Bilder entstanden aus eindrucksvollen Perspektiven, weil Krebs Technik einsetzt, um Stimmungen aus der Höhe einzufangen. Mit dem Projekt können Gäste jetzt auf eine virtuelle und interaktive Reise entlang der Strände von Schilksee bis Laboe gehen.

 Mit einer relativ einfachen Ausrüstung hat der Mönkeberger Hobbyfotograf Olaf Krebs das Projekt „Kieler Förde 360“ gestartet. Für seine Panorama-Aufnahmen hängt er seine Digitalkamera an eine Flugdrohne oder bindet sie an eine sechs Meter lange Stange für Fensterputzer, die er im Baumarkt gekauft hat. Mit diesen Hilfsmitteln lassen sich Eindrücke aus unterschiedlichen Höhen ablichten, die nie ein Mensch selbst zu sehen bekommt. Aufnahmen von kleinen Farbtupfern, die sich als Strandkörbe entpuppen oder stimmungsvolle Sonnenuntergänge am Leuchtturm Friedrichsort – die Tour im Internet soll vor allem Gäste an die Förde locken. Mehr als ein Jahr lang war Krebs mit seiner handelsüblichen Kamera in und um Kiel unterwegs.

 Doch die eigentliche Arbeit begann immer erst nach den Aufnahmen. Denn die Bilder müssen noch am Computer aneinander montiert werden, damit eine 360-Grad-Ansicht entsteht. Nur dann kann der Betrachter der Internetseite die Bilder wie inmitten einer vollständigen Kugel auch nach oben oder unten bewegen und seinen Blickwinkel ändern. Dies ist im Detail gar nicht so einfach, weiß Krebs. So musste er bei der Aufnahme eines Fähranlegers aus der Luft nachträglich am Computer jede einzelne Holzplanke ausschneiden und dann wieder einsetzen, damit die Schatten des Fotografen und der Fensterputzerstange aus dem Bild verschwinden. „Profis sehen natürlich sofort, an welchen Stellen des Bildes montiert wurde“, weiß Krebs. Dennoch habe er versucht, die größten Fehler in den Aufnahmen zu beseitigen.

 Durch die gewählten Perspektiven ist es an einigen Stellen möglich, Passanten gar auf den Kopf zu gucken. „Als ich die Aufnahmen an der Hörnbrücke gemacht habe und die Kamera an der Stange sechs Meter in die Höhe hielt, hatten einige Spaziergänger Angst, das Ding könnte ihnen auf den Kopf fallen“, erinnert sich Krebs.

 Vor wenigen Tagen ist seine Website online gegangen. Jetzt sucht Krebs Kontakt zu Menschen, die beispielsweise Ferienwohnungen vermieten oder Restaurants am Strand betreiben. Sie könnten sich mit seiner Website verlinken oder auch eigene 360-Grad-Aufnahmen in Auftrag geben. Die will Krebs dann mit seiner Karte verbinden.

 Auch wenn dem Initiator eine eindrucksvolle Inszenierung der Kieler Förde gelungen ist, die an idyllische Postkartenmotive aus der Welt 2.0 erinnert, sagt er den Besuchern der Seite gleich: „Wahre Schönheit gibt es nur in echt.“

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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der Kieler Förde, dem
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