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Stadtbild wird unter Schutz gestellt

Hochhauskonzept geplant Stadtbild wird unter Schutz gestellt

Angesichts immer neuer Bauprojekte plant die Landeshauptstadt, ein Hochhauskonzept zu entwickeln und kommt damit einem Antrag der CDU-Ratsfraktion nach.

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Die CDU fordere einheitliche Kriterien für den Bau von Hochhäusern, so Sigrid Schröter, Vorsitzende des Bauausschusses.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Im Oktober war der Antrag noch zurückgestellt worden, damit das Stadtplanungsamt Gelegenheit bekam, sich bei anderen Kommunen zu informieren, die schon Erfahrungen mit ähnlichen Konzepten haben. Am Donnerstag stellt die Verwaltung nun ihre Pläne und ihr weiteres Vorgehen im Bauausschuss vor.

 „Uns ging es bei dem Antrag darum, dass einheitliche Kriterien für den Bau von Hochhäusern festgelegt werden, damit nicht bei jedem neuen Projekt wieder neu diskutiert wird“, erläutert Sigrid Schröter (CDU), Vorsitzende des Bauausschusses. Anlass für den Antrag sei vor allem die Diskussion um das Hotel am Exerzierplatz gewesen, das in ersten Planungen den Rathausturm zu überragen drohte.

 Die Verwaltung wird beauftragt, ein „städtebaulich-strategisches Konzept“ für die Planung und Erstellung von Hochhäusern im Kieler Stadtgebiet zu erarbeiten, heißt es in dem Antrag der CDU. Um „vorschnelle Einzelfallentscheidungen“ zu vermeiden, die auf die „einzigartige Kieler Stadtgestalt einschneidend einwirken“, sei es dringend nötig, Kriterien für die Planung und den Bau von Hochhäusern festzulegen.

 Im Austausch mit anderen Kommunen, die bereits solche Konzepte erstellt und umgesetzt haben, hat das Stadtplanungsamt verschiedene Kriterien erarbeitet, die berücksichtigt werden sollten. So soll deutlich werden, auf welchen Flächen es möglich ist, Hochhäuser zu bauen und wo nicht. „Ein sogenanntes städtebauliches Entwicklungskonzept zur Höhenentwicklung der Kieler Stadtlandschaft schafft Planungs- wie auch Investitionssicherheit – also klare Spielregeln für alle Bauherren“, sagt Florian Gosmann, Leiter des Stadtplanungsamtes.

 Im Konzept soll berücksichtigt werden, ob besondere städtebauliche Merkmale und Sehenswürdigkeiten wie etwa der Rathausturm oder Kirchtürme verbaut werden und auch nach dem Bau noch sichtbar sind. Ferner geht es um die Frage, ob die einheitliche Struktur eine Quartiers erhalten bleibt oder durch den Bau das Stadt- und Landschaftsbild möglicherweise um eine neue Sehenswürdigkeit bereichert wird. Auch ökologische Aspekte sollten berücksichtigt werden, etwa die Frage, ob der Bau eines Hochhauses dazu beiträgt, dass ein Gebiet zu schattig wird oder die Durchlüftung gestört wird.

 Bei der Frage danach, was ein Hochhaus ist, richtet sich das Konzept in erster Linie nach der Definition laut Landesbauordnung. Danach sind Hochhäuser alle Gebäude, deren höchstgelegener Aufenthaltsraum mehr als 22 Meter hoch liegt. Im Konzept sollen aber auch andere hohe Gebäude berücksichtigt werden, die die Silhouette Kiels beeinflussen können, etwa Kirchtürme, Schornsteine oder Industrieanlagen. Die Kosten für das Konzept schätzt das Stadtplanungsamt auf gut 120 000 Euro. Mitte des Jahres, nach der Genehmigung des Haushaltes, könnte die Verwaltung mit der Auftragsvergabe beginnen. Vorausgesetzt, der Bauausschuss und die Ratsversammlung stimmen den Plänen des Stadtplanungsamtes zu.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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