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Kampagne für weltoffene Hochschulen

HRK Kampagne für weltoffene Hochschulen

Die Hochschulrektoren-Konferenz (HRK), die noch bis Mittwoch in Kiel tagt, will mit einer Kampagne Flagge gegen Fremdenfeindlichkeit und für „weltoffene Hochschulen“ zeigen. Die Hochschulen sind jedoch besorgt, bei der Integration der Flüchtlinge allein gelassen zu werden.

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Die Hochschulrektoren tagen noch bis Mittwoch in der Kieler Kunsthalle: HRK-Präsident Horst Hippler, seine Stellvertreterin Ulrike Beisiegel (Göttingen) und CAU-Präsident Lutz Kipp (rechts) tauschten sich über Sorgen der Hochschulen aus.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. „Ohne spürbare finanzielle Unterstützung durch die Politik können die Hochschulen die akademische Integration von geflüchteten Menschen, insbesondere während der Studienvorbereitung, bei den zu erwartenden Zahlen nicht gewährleisten“, sagte HRK-Präsident Prof. Horst Hippler (69). Allein die Kosten für Sprachbildung beziffert er auf etwa 4000 Euro pro Person und Jahr.

 Die Hochschulen engagieren sich seit Monaten für die Integration von Flüchtlingen und finanzieren die Maßnahmen überwiegend aus den eigenen knappen Haushalten. Schleswig-Holstein hat bereits im September einen Plan vorgelegt, wie sich die Hochschulen für qualifizierte Flüchtlinge öffnen können. Sie sollen nach den Plänen von Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SPD) bei Top-Leistungen sofort studieren oder etwa als Gasthörer an Lehrveranstaltungen teilnehmen können. Die Mehrkosten für etwa 1500 Flüchtlinge schätzte sie auf bis zu 1,5 Millionen Euro. Die Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) will noch diesen Monat ein Programm für Flüchtlinge vorlegen – unter der Voraussetzung, dass der reguläre Studienbetrieb nicht beeinträchtigt wird

 Laut HRK, ein Zusammenschluss von 268 staatlichen Hochschulen, sind die Hochschulstädte in ganz unterschiedlicher Weise von fremdenfeindlichen Vorfällen betroffen: Sie „treffen die Menschen und schädigen Wissenschaft und Gesellschaft“, warnte der HRK-Präsident bereits im Vorfeld der Tagung. Er kündigte an, dass sich die Hochschulen „mit aller Macht“ gegen fremdenfeindliche Tendenzen in Deutschland und Europa stemmen werden: „Hochschulen wollen und brauchen Weltoffenheit und Internationalität.“ Die Kampagne wird heute um 9 Uhr mit einer Internetseite, die Projekte auflistet und Daten zur Internationalität der Hochschulen enthält, freigeschaltet.

 Auch die Förderung der Spitzenforschung stand auf der Agenda. CAU-Präsident Prof. Lutz Kipp hatte seine Ankündigung, dass sich die CAU um eine weitere Förderphase im Rahmen der millionenschweren Exzellenzinitiative bewirbt, mit der Forderung nach einem politischen Bekenntnis zur Spitzenforschung in Schleswig-Holstein verknüpft. Staatssekretär Rolf Fischer (SPD) sicherte Unterstützung zu: „Nach zweimaliger Förderung wird das eine besondere Herausforderung für unsere Hochschulen. Ich betone aber, dass gute Lehre ebenso Ausdruck der Exzellenz einer Hochschule ist.“ Dass die HRK zum ersten Mal nach 54 Jahren wieder in Kiel tagt, wertete er als „Anerkennung für die Arbeit der CAU“.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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