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Das neue Dach kommt in Bündeln

Hof Akkerboom Das neue Dach kommt in Bündeln

Einen weiten Blick aufs Grün haben Ralf Borchardt und seine Kollegen derzeit an ihrem Arbeitsplatz. Die Männer sind der denkmalgeschützten Holzwerkstatt des Hofes Akkerboom aufs Dach gestiegen und decken das Gebäude neu mit Reet ein.

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Reetdachdecker Ralf Borchardt deckt das Dach der Holzwerkstatt auf Hof Akkerboom neu ein.

Quelle: Jennifer Ruske

Kiel. Die Freude darüber ist beim Hof-Team groß: „Das ist das nächste Gebäude, das wir wieder für die Öffentlichkeit öffnen können“, sagt Veranstaltungskoordinatorin Urte Busse.

Die Hofseite des Daches hat Reetdachdecker Ralf Borchardt gerade fertiggestellt. „Ich muss hier nur noch kleine, lose Stücke herausklopfen“, sagt er und bearbeitet mit dem Klopfbrett die mit Edelstahldraht zusammengebundenen und auf das Dach aufgebrachten Bündel Reet. „Seit gestern reißen wir das alte Reet auf der Straßenseite des Daches ab, Mitte nächster Woche starten wir dort mit dem Neueindecken“, erklärt auch Manfred Arp (69), Dachdeckermeister aus Wankendorf, dessen Firma den Auftrag von der Stadt Kiel erhalten hat. Seit Mitte Januar sind im Schnitt drei Mitarbeiter der Firma mit den Arbeiten am Dach beschäftigt. Das wurde beim Brand auf dem Hofgelände beziehungsweise durch die Löscharbeiten im vergangenen August so stark beschädigt, dass es komplett erneuert werden muss. Das fängt bei den Dachlatten und dem südliche Bohlengiebel (zur Hofseite hin) an. Und dann wird in alter Handwerkstechnik das Reet auf die insgesamt 310 Quadratmete große Dachfläche des Gebäudes eingedeckt. 4500 Bunde mit einem Umfang von 60 Zentimetern sind dafür aus Ungarn (vom Plattensee) geordert worden. „Das Dach wird circa 35 Zentimeter dick eingedeckt“, erklärt Dachdeckermeister Arp und versichert: „Mit ordentlicher Pflege hält so ein Reetdach 40 Jahre oder mehr.“

Noch bis Ende des Monats werden die Fachleute – je nach Witterung – auf dem Dach des denkmalgeschützten Gebäudes beschäftigt sein. Darin jedoch zieht bereits jetzt wieder Leben ein. Der neue Fußboden ist verlegt, die Holzwerkstatt komplett eingerichtet. Die Eröffnung findet am Sonnabend, 20. Februar, 11 bis 17 Uhr mit dem ersten Bildhauer- und Schnitzkursus in den Räumen nach dem Brand statt. In geselliger Runde wird Holzbildhauerin Franziska Dose mit den Teilnehmern kreative Unikate gestalten. Anmeldungen sind erforderlich unter Tel. 0431/25 99 080 oder per E-Mail an ideen@holzbildhauerei.de.

Auch mit dem Haupthaus geht es voran. In den kommenden Tagen soll der Abriss der abgebrannten Tenne starten. Das Veranstaltungsprogramm des Hofes ist davon jedoch nicht betroffen. „Wir machen weiter wie gewohnt“, sagt Urte Busse. Konzerte, Theater und Ausstellungen finden in der vom Feuer nicht betroffenen Kulturscheune in der Stockholmstraße 159 statt.

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Jennifer Ruske

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