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Leben zwischen Abriss und Kultur

Hof Akkerboom Leben zwischen Abriss und Kultur

Es tut sich etwas auf Hof Akkerboom: Seit Montag laufen die Abbrucharbeiten der abgebrannten Tenne. Ist das Gelände geräumt, steht dem Wiederaufbau des Haupthauses ab Sommer nichts mehr im Wege.

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Der Neubau des Hofes Akkerboom rückt näher: Am Montag haben die Abbrucharbeiten der abgebrannten Tenne begonnen. Dennoch finden weiterhin Veranstaltungen statt. Der Kulturbetrieb wird in der vom Brand nicht betroffenen Scheune fortgeführt.

Quelle: Jennifer Ruske

Mettenhof. Es riecht wieder nach Rauch und Asche: Schaufel für Schaufel frisst sich der Bagger der Firma Peter Glindemann auf dem Gelände des Kultur- und Kommunikationszentrums in der Mettenhofer Stockholmstraße durch verkohlte Holzpfeiler, durch kaputtes Mauerwerk und zersprungene Fenster – und setzt dabei erneut den Geruch nach Feuer und die Erinnerungen an die Brandnacht frei. Anfang August 2015 zerstörte ein Feuer – ausgelöst durch technischen Defekt – das denkmalgeschützte, reetgedeckte Haupthaus des früheren Bauernhofes. Die Tenne und der alte Kuhstall waren nicht mehr zu retten, die heutige Kulturscheune wurde von den Flammen verschont, ebenso der ehemalige Schweinestall, in dem die Pfadfinder tagen. Die Holzwerkstatt konnte gerettet werden und hat inzwischen ein neues Dach bekommen. Jetzt soll auch der Wiederaufbau des Hauptgebäudes starten.

Ruine wird Stück für Stück abgerissen

Dafür reißen die Mitarbeiter des Unternehmens in den kommenden Tagen die Ruine komplett ab. „Wir nehmen das Mauerwerk Stück für Stück auseinander und sortieren vor Ort den Schutt“, erzählt Vorarbeiter Waldemar Eitner. Holz, Eisen, Dämmstoffe und Bauschutt werden getrennt und müssen gesondert entsorgt werden. Während der hintere Teil des zerstörten Gebäudes komplett abgerissen wird, bleibt der vordere Teil, die Giebelfassade mit der Eingangstür erhalten. „Die Fassade wird in den kommenden Tagen abgestützt, damit sie beim Abbruch nicht zusammenfällt“, erklärt Holger Schmidt von der städtischen Immobilienwirtschaft. Die Steine und die Holzverstrebungen werden in den späteren Neubau integriert.

Mit dem Neubau soll im Sommer begonnen werden. Die Stadt hat Architekt Edgar Schwinghammer beauftragt. „Die Tenne wird wieder aufgebaut, alle weiteren Räume können wir so gestalten, wie der Verein Hof Akkerboom sie benötigt“, sagt Schmidt. „Wir werden die kommenden Wochen überlegen, wieviel Platz für welche Gruppen wir benötigen“, sagt Urte Busse, die neben den Überlegungen für den Neubau auch das umfangreiche Kulturprogramm des Hofes für die kommenden Wochen zusammenstellt. Denn: „Theater, Konzerte und Co laufen bei uns wie gehabt in der Kulturscheune weiter“, sagt Urte Busse. „Im Moment herrscht hier das pralle Leben: tagsüber laufen die Bauarbeiten, abends die Kultur.“

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