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Hohe Hürden für Videoüberwachung

Bahnhof Russee Hohe Hürden für Videoüberwachung

Nach Angaben von Martin Schmielau von der Deutschen Bahn wies Russee im vergangenen Jahr von 128 Bahnstationen im Land die zweithöchste Zahl an Zerstörungen auf. Noch schlimmer stellte sich der Vandalismus lediglich in St. Peter-Ording-Süd dar.

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Der Bahnhaltepunkt Russee liegt etwas versteckt. Auch das ist wohl ein Grund für den dauernden Vandalismus.

Quelle: Martin Geist

Russee. „Relativ zufrieden“ sei man mit den Fahrgastzahlen des am 4. Januar 2015 wiedereröffneten Bahnhofs Russee, alles andere als zufrieden allerdings mit den Beschädigungen, die es dort ständig zu beklagen gibt, sagte am Dienstagabend Martin Schmielau von der Deutschen Bahn im Ortsbeirat Russee-Hammer-Demühlen.

Sage und schreibe 18 Schäden registrierte die Bahn in Russee im Jahr 2015. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 10000 Euro. Das neue Jahr hat ebenfalls nicht gerade ermutigend begonnen. Am 5. Januar wurde eine demolierte Uhr gemeldet, ungefähr 3000 Euro dürfte es kosten, eine neue zu installieren.

Zerdepperte Scheiben am Wartehäuschen sind in Russee laut Schmielau fast schon an der Tagesordnung. Farbattentate scheinen zudem recht beliebt, und auch der sogenannte dynamische Schrittanzeiger, der eventuelle Verspätungen meldet, wurde schon einmal in Mitleidenschaft gezogen. „Mehr Glück als Verstand“ habe man in einem Fall gehabt, als ein Einkaufswagen auf den Gleisen lag. Der Lokführer habe rechtzeitig bremsen und so vermeiden können, dass es Verletzte gab.

Videoüberwachung bleibt heikles Thema

Die Bahn schickt wegen der gehäuften Vorkommnisse seit einiger Zeit verstärkt eigenes Sicherheitspersonal auf Streife. In der Hoffnung, irgendwann einmal einen der bislang durchweg unbekannten Täter erwischen zu können. Sollte das nicht funktionieren, will man verdeckte Ermittler einsetzen, die sich auf die Lauer legen, um die Hobby-Rabauken zu überführen. Ein „ganz heikles Thema“ seien dagegen Videoüberwachungen, für die ein Teil der Ortsbeiräte und Besucher plädierte. Bahnhöfe seien kein Privatgelände, sondern Teil des öffentlichen Raumes, erläuterte Schmielau. Das bedeute, dass technische Überwachung nicht einfach so von der Deutschen Bahn eingesetzt werden könne, sondern nur mit dem Segen der Ermittlungsbehörden. Will heißen: Das elektronische Auge wird entsprechend zögerlich genutzt, auch weil der damit verbundene Aufwand sehr hoch ist. Als letztes Mittel mochte der Mann von der Bahn Videoüberwachung allerdings nicht ausschließen.

Eindämmen will das Unternehmen die Schäden nun teils durch technische Nachrüstung. So soll die demolierte Uhr mit einem vandalismussicheren Vorglas ausgerüstet werden, damit ihr Steinwürfe nichts mehr anhaben können. Sollte auch das nicht helfen, wird die Uhr ganz entfernt. Das bisher komplett gläserne Wartehäuschen wird außerdem im unteren Bereich mit robusteren, allerdings nicht durchsichtigen Elementen ausgestattet.

Ortsbeirat Sven Plaumann forderte die Behörden auf, „mit voller Härte“ gegen die anhaltenden Zerstörungen vorzugehen. Derweil appellierten Schmielau und ein Vertreter der Polizei an die Hilfe der Bevölkerung und baten, jedes Vorkommnis sofort unter Telefon 110 oder direkt bei der Bahn zu melden.

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