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Nach Alleingang Feuer unterm Dach

Holstein Kiel Nach Alleingang Feuer unterm Dach

Rote Karte für Holstein Kiel: Dass der Verein Baumaßnahmen umgesetzt haben soll, ohne sich vorher mit der Stadt als Eigentümerin des Stadions abzustimmen, verärgert die Ratsmitglieder über Parteigrenzen hinweg.

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Blick ins Holstein-Stadion: Zu den Brandschutzmaßnahmen gehört die Erneuerung der Unterkonstruktionen der Sitztribünen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Wie bereits der Finanzausschuss stimmte am Donnerstag auch die Ratsversammlung zwar mit nur einer Gegenstimme der Linken zu, die Abrechnung in Höhe von bis zu 412722 Euro zu zahlen. Aber die städtischen Rechnungsprüfer sollen sie jetzt genau unter die Lupe nehmen, um zu klären, ob die Baumaßnahmen nötig waren und die Kosten in voller Höhe von der Stadt übernommen werden müssen.

Stadtrat erfuhr durch "KN" im Urlaub davon

Mitte Juli begann der Umbau im mit 104 Jahren ältesten Fußball-Stadion Schleswig-Holsteins (10200 Plätze), den Brandschutzverordnungen von Feuerwehr und Polizei ausgelöst hatten. Dass die Stadt als Eigentümerin für notwendige Brandschutz- und Sicherheitsmaßnahmen zahlen muss, stellt niemand in Frage. Der Streit entzündet sich aber daran, dass Holstein Kiel aus Sicht von Sportdezernent Gerwin Stöcken einen Alleingang gestartet und es versäumt hat, vor Baubeginn „ein Einvernehmen über die durchzuführenden Maßnahmen mit der Stadt“ herzustellen. Zusammen mit Stadtrat Wolfgang Röttgers habe er im Juni einen Rundgang durch das Stadion gemacht und als Botschaft von den Verantwortlichen des Vereins mitgenommen, dass vorerst keine zusätzlichen Kosten auf die Stadt zukommen. Im Urlaub las er dann am 21. Juli „völlig überrascht“ den Artikel in den Kieler Nachrichten über die Großbaustelle im Stadion und den Satz, dass die Stadt 400000 Euro dafür investiert.

Nach Angaben Stöckens begann Holstein Kiel nach der Ankündigung vom 10. Juni am 17. Juli mit dem Umbau, um den Spielbetrieb zum Saisonbeginn am 25. Juli sicherzustellen. So wurden die brennbaren Unterkonstruktionen im Sitztribünenbereich erneuert, die unregelmäßig hohen Tribünenaufgänge neu gebaut, Wurst- und Getränkebuden in rückwärtige Tribünenbereiche verlegt, Fluchtwege und die Zufahrten zum Fögeplatz verbreitert sowie Zaun- und Toranlagen, Sicherheitsbeleuchtungs- und Blitzschutzanlagen angepasst. Die Baugenehmigung wurde jedoch erst am 31. Juli erteilt, die Rechnung bekam die Stadt am 26. Oktober. Die Kosten für Brandschutz und Verbesserung der Stadionsicherheit hatte das Architekturbüro Ax5 auf 394133 Euro geschätzt.

Wolfgang Schwenke weist Schuld zurück

„Ich mag den Verein trotzdem. Aber ich möchte so einen Fall nie wieder in meiner Amtszeit erleben“, machte der Dezernent seinem Unmut Luft. In die selbe Kerbe schlugen Stefan Kruber (CDU), Dagmar Hirdes (Grüne) und Wolfgang Schulz (SPD) bereits im Finanzausschuss. „Ärgerlich“, „unglücklich gelaufen“, ja „empörend“ sei das Ganze. Jetzt müsse man aus den Fehlern lernen, forderte nicht nur Hirdes klare Regeln für künftige Verfahren, dann aber in geordneten Bahnen. Wolfgang Schwenke, Kaufmännischer Geschäftsführer des Drittligisten, wehrt sich gegen den Vorwurf: „Alle maßgeblichen Stadtvertreter sind mit der Dringlichkeit der Auflagen beim Stadionumbau vorab vertraut gemacht worden.“

Stefan Kruber nahm in der Ratsdebatte aber auch die Stadtverwaltung und die rot-grün-blaue Ratsmehrheit ins Visier: Stöcken warf er missverständliche Äußerungen vor, SPD, Grünen und SSW, „das Thema komplett verpennt“ zu haben. In einem Schlagabtausch wies er immer wieder auf einen CDU-Antrag vom Juni zu nötigen Brandschutzmaßnahmen in Kieler Sportstätten hin, den die Ratsmehrheit aber durch Überweisung in den Ausschuss stoppte. Er kündigte Akteneinsicht an, um die zeitlichen Abläufe aufzuklären.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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