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Wohin mit den Sprottenplatten?

Holstenstraße Wohin mit den Sprottenplatten?

Die Sprottenplatten in der Holstenstraße werden entfernt. Am Freitag begannen Mitarbeiter des Tiefbauamtes, erste Messingplatten auszubauen. Alle 312 Kacheln im Pflaster werden in den kommenden Wochen durch herkömmliche Gehwegplatten ersetzt. Was mit den Sprottenplatten dann passieren soll, steht noch nicht fest.

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Erste Schritte sind getan: Herkömmliche Gehwegplatten (wie hier unter dem rechten Fuß) ersetzen nach 28 Jahren die Sprottenplatten in der Holstenstraße.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. „Die Platten müssen ausgebaut werden. Wir können keine Oberschenkelhalsbrüche riskieren“, sagte Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) am Donnerstag im Bauausschuss und stellte klar, dass es keine Alternative zum Ausbau gibt. „Die Platten sind inzwischen wieder so rutschig, dass wir nicht länger warten können.“

1988 wurden die 24 mal 24 Zentimeter großen Messingkacheln mit eingraviertem Sprottenmotiv in der Holstenstraße verlegt. Im Laufe der Jahre wurde die Oberfläche der Platten durch unzählige Passanten stark abgenutzt, sodass sie gerade bei Schnee oder Regen sehr rutschig wurden. Um die Sprottenplatten aufzurauen, wurden die Oberflächen mit einem Sandstrahlgerät bearbeitet. Ein Jahr später stellten Prüfer jedoch erneut fest, dass der Rutschwiderstand nicht mehr dem geforderten Wert entspricht. Weil nach einer erneuten Sandstrahlung das Sprottenmuster nicht mehr zu erkennen wäre, hat die Stadt nun entschieden, die Platten zu entfernen.

Platten stehen nicht zum Verkauf

Im Bauausschuss teilte Bürgermeister Todeskino mit, dass die ausgebauten Platten nicht zum Verkauf stehen: „Wir hatten in den vergangenen Tagen sehr viele Anfragen von Bürgerinnen und Bürger, die gerne eine Sprottenplatte kaufenwollten. Die Platten sollen aber weiterverwendet werden.“ Wie und wo die inzwischen fast schon historischen Platten eine neue Verwendung finden sollen, steht allerdings noch nicht fest. Hier rief Todeskino die Mitglieder des Bauauschusses auf, kreativ zu werden und Ideen zu sammeln. „Wir sind da für alles offen.“

Rainer Kreutz (CDU) schlug spontan vor, die Kacheln an den Seitenwänden des zukünftigen Kleinen Kiel-Kanals anzubringen. Möglicherweise würden sie dort nicht so gut zur Geltung kommen, gab der Bürgermeister zu bedenken, zumal wenn sie unter Wasser liegen. Andere aus der CDU-Fraktion regten an, Kontakt zu den auf den Platten eingravierten Spendern aufzunehmen. Diese hatten in den 80er-Jahren mit dem Kauf einer Sprottenplatte den Umbau der Fußgängerzone finanziell unterstützt. Todeskino hielt fest, dass die Messingplatten dennoch Eigentum der Stadt seien.

Vorschläge sind willkommen

Die Grünen regten an, die Kieler mit in die Entscheidung über die Wiederverwendung der Sprottenplatten einzubeziehen. Ein Vorschlag, der bei den anderen Fraktionen auf Zustimmung stieß. Auch die Verwaltung und der Bürgermeister unterstützten diese Idee. „Wir freuen uns auf alle Vorschläge, die aus der Bevölkerung kommen, wie die Sprottenplatten nach Ausbau verwendet werden können“, sagte Todeskino. Bis eine endgültige Lösung gefunden ist, werden die Platten auf dem Bauhof gelagert.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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Holstenstraße
Foto: Die Sprotten-Platten in der Holstenstraße in Kiel sollen aus Sicherheitsgründen entfernt werden.

Nun also doch: Die Stadt will die Sprottenplatten in der Holstenstraße noch in diesem Quartal entfernen. Der Grund ist, dass die Rutschfestigkeit nach der Sandstrahlung 2014 schon wieder unter den geforderten Wert gefallen ist.

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