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Hilton soll deutlich kleiner werden

Hotelneubau in Kiel Hilton soll deutlich kleiner werden

In dem Streit um den Hotelneubau zwischen Sparkassen-Arena und Exerzierplatz gibt es Bewegung. Der Hamburger Investor und Projektentwickler Revitalis Real Estate plant nun ein Gebäude, das zehn Meter niedriger sein soll als bislang vorgesehen.

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Zehn Meter niedriger, helle Fassade: So könnte das neue Hotel am Exerzierplatz nach den überarbeiteten Plänen aussehen.

Quelle: MPP/Gärtner + Christ

Kiel. Die ursprünglich beabsichtigte Gebäudehöhe von 54 Metern war in Kiel auf massive Kritik gestoßen, weil Architektenvertreter und Lokalpolitiker fürchten, dass die Silhouette der Landeshauptstadt dadurch leiden würde. Auch die Fassade, die nach den bisherigen Entwürfen ebenfalls auf Widerstand stieß, soll nun deutlich heller werden.

 Wie berichtet soll bis 2018 zwischen Kleinem Kuhberg und Ziegelteich ein Drei-Sterne-Hotel der Marke Hampton by Hilton in bester Kieler Lage entstehen. „Es wäre das erste Hotel an der Förde, das mit einem weltweiten Buchungssystem verbunden wäre“, betont Gerhard Lütje, geschäftsführender Citti-Gesellschafter und Vertreter der Hallengesellschaft, der das Gelände noch gehört. Lütje geht davon aus, dass die Sparkassen-Arena von dem benachbarten Hotel enorm profitieren könnte. Auch zahlreiche Arbeitsplätze würden durch das Projekt entstehen. Und Revitalis-Vorstand Thomas Cromm warb am Freitag im Gespräch mit den Kieler Nachrichten mit dem „zusätzlichen Gästepotenzial“, das durch die Kette erschlossen werde.

 Der Weg zum Baustart ist aber noch lange nicht frei. Kritik gibt es vor allem von den Kieler Grünen, die sich weiterhin für einen städtebaulichen Wettbewerb stark machen, den auch der Bund Deutscher Architekten (BDA) fordert. „Auch ich habe mir diesen Wettbewerb gewünscht“, sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. „Ich akzeptiere aber, dass der Investor das nicht möchte.“

 Neben der Gestaltung des Hotels gibt es weiterhin Kritik an dem Parkhaus, das im Auftrag der Hallengesellschaft, an der die Kieler Nachrichten beteiligt sind, entstehen soll. Geplant ist bislang ein Neubau für 200 Stellplätze, von denen das Hotel 60 benötigt. Die übrigen 140 würden zusätzlich für die Nutzung der Sparkassen-Arena zur Verfügung stehen, wie Lütje erläutert. Vorgesehen war ursprünglich eine Tiefgarage, die angesichts der Erdbeschaffenheit nach Auskunft von Lütje die Baukosten unverhältnismäßig in die Höhe treiben würde. Stadt und Hallenbetreiber hatten sich darauf geeinigt, ein externes Gutachten einzuholen. Das liegt nun vor. Demnach muss zwar der Bebauungsplan für ein Parkhaus nicht geändert werden. Nötig sei aber eine sogenannte Befreiung durch die Verwaltung, „die jedoch ohne langwieriges Verfahren geprüft und entschieden werden könnte“, wie Kämpfer erläuterte.

 Im Verlauf der zurückliegenden Wochen ist es offenbar zu erheblichen atmosphärischen Störungen zwischen Investor und der Stadt Kiel gekommen. „Wir haben den Eindruck, dass man uns einen Stein nach dem anderen in den Weg legt“, klagt Revitalis-Vorstand Cromm – auch mit Blick auf den Gestaltungsbeirat der Stadt, der auch die neuen Varianten ablehnt und „eine ganzheitliche Lösung für den Bereich des Exerzierplatzes“ anregt. Cromm verlangt von der Stadt „kurzfristig einen konstruktiven Lösungsvorschlag“. Schließlich sei Revitalis juristisch zu dem Entgegenkommen nicht verpflichtet.

 OB Kämpfer bemühte sich am Freitag darum, die Wogen zu glätten. Es gebe bereits einen Bebauungsplan. „Und darauf müssen sich die Investoren verlassen können“, stellte Kämpfer klar. Im Streit um die Parkhausfrage deutete er „Kooperationsmöglichkeiten“ mit dem stadteigenen Parkhaus an. Grundsätzlich begrüße er weiterhin das Projekt. „Ich würde mich sehr freuen, wenn dort ein breit akzeptiertes Hotel entstehen würde.“

 Die Möglichkeit, Investoren und Kritiker näher zu bringen, gibt es am kommenden Dienstag: Dann diskutieren, wie berichtet, namhafte Architekten in Kiel öffentlich über die bisherigen Planungen.

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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