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Internatspläne für RBZ-Schüler

Hummelwiese Internatspläne für RBZ-Schüler

Noch will zwar niemand Details öffentlich bekanntgeben. Trotzdem sickerte jetzt die Nachricht durch: Auf dem derzeit noch unbebauten Grundstück Hummelwiese/Ecke Sophienblatt will die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) ein größeres Gebäude errichten.

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Schon seit Jahren klafft an der Hummelwiese/Ecke Sophienblatt eine Baulücke. Jetzt soll sie durch einen Neubau geschlossen werden, in dem Berufsschüler und Studenten unterkommen könnten.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Nach Informationen dieser Zeitung plant die Stadt, einen großen Teil dieser Räumlichkeiten als Internat für rund 120 Berufsschüler anzumieten. Auch Studierende sollen in diesem Gebäude eine Bleibe finden können. Bei der LEG und der Stadtverwaltung zeigte man sich bei Anfragen dieser Zeitung zu weiteren Details zugeknöpft. „Kein Kommentar“, hieß es dazu mit dem Verweis auf einen eigens dazu anberaumten Pressetermin. Dieser stehe aber noch nicht fest.

Fest steht hingegen: Am vergangenen Donnerstag fiel in nicht öffentlicher Sitzung ein selbst von den Ratsfraktionen zuvor nicht erwarteter Beschluss zu einer Kooperation mit der LEG. Offenbar besteht akuter Handlungsdruck. Denn die Stadt sucht schon seit Jahren räumliche Alternativen bei der Internatsunterbringung von jungen Berufsschülern. Bislang wohnen die Schüler – mehr schlecht als recht – in einem vom Zahn der Zeit heftig angeknabberten Internatsgebäude am Königsweg. Zudem kann ein weiteres Gebäude auf dem Hof Hammer dafür schon seit einiger Zeit nicht mehr genutzt werden, weil dort nun vorwiegend junge Flüchtlinge betreut werden.

Erst einmal Stillschweigen

Auch die Mehrheitskooperation (SPD, Grüne, SSW) erkannte diesen Handlungsdruck. Sie legte in der vergangenen Ratsversammlung einen einstimmig verabschiedeten Antrag vor. Danach solle die Verwaltung gleich nach den Sommerferien den Planungsstand für einen Ersatzbau oder die Anmietung eines Gebäudes darstellen. Noch vor den Haushaltsberatungen strebe die Kooperation einen Beschluss zu Bau- und Kostenplanungen an. Doch hinter den Kulissen schuf die Verwaltung bereits Fakten und legte den verdutzten Fraktionen in nicht öffentlicher Sitzung einen Beschluss zur konkreten Zusammenarbeit mit der LEG vor. Zum genauen Inhalt wurde erst einmal Stillschweigen vereinbart.

Insider berichten jedenfalls gegenüber dieser Zeitung, dass es bei den teilweise zähen Verhandlungen mit der LEG über den Mietpreis für die Internatsräume jetzt zu einem für beide Seiten akzeptablen Ergebnis kam. Für die Stadt birgt diese Mietpreis-Einigung den Vorteil, dass sie ihren ohnehin schwindsüchtigen Haushalt nicht mit einem Neubau belasten muss.

Rund 12 000 Schüler derzeit

Dass möglichst schnell etwas passieren muss, machte die Ratskooperation schon in ihrer Antragsbegründung deutlich. Die drei Kieler Regionalen Berufsbildungszentren (RBZ) in Kiel böten ein hochwertiges Bildungsangebot auch für Schüler, die nicht aus der Kiel-Region stammten. Der Bedarf für ein Internat vor allem für Schüler, die am Blockunterricht oder an überbetrieblichen Ausbildungsgängen teilnehmen, sei daher ungebrochen hoch. Ein solches Angebot untermauere die Bedeutung Kiels als Berufsschulstandort, von dem die Ausbildungsbetriebe und damit die gesamte Wirtschaft profitierten.

Zum Hintergrund: In Kiel besuchen derzeit insgesamt rund 12 000 Berufsschüler die drei Regionalen Berufsbildungszentren (RBZ). Weil darunter auch viele Gastschüler aus weiter entfernteren Regionen des Landes oder sogar anderer Bundesländer nach Kiel kommen, müssen sie während ihrer Berufsschultage in einem Internat untergebracht und betreut werden.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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