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Studis und Azubis unter einem Dach

Hummelwiese Studis und Azubis unter einem Dach

Jetzt ist es offiziell: Auf dem seit 2008 brachliegenden Filetgrundstück an der Ecke Hummelwiese/Sophienblatt entsteht auf 880 Quadratmetern Grundfläche ein 7,3 Millionen Euro teurer Neubau mit Appartements für Berufsschüler und Studierende.

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Schon bald sollen an der Hummelwiesen-Brache die Bagger anrücken: Die Vorstellung des Bauprojekts mit Internat für Berufsschüler übernahmen (v. li.) LEG-Geschäftsführer Tim Holborn, Peter Kokocinski (SPD), Bildungsdezernentin Renate Treutel, Baudezernent Peter Todeskino und BIG-Geschäftsführer Marc Weinstock.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Mit der Unternehmensgruppe BIG-Bau hat die Stadt als Hauptmieterin einen Partner gefunden, der ihr eine große Sorge abnimmt: die Internatsunterbringung von Schülern an drei Kieler Berufsbildungszentren (RBZ). Eine solche tageweise Unterbringung von Berufsschülern, die aus weiter entfernten Regionen oder Bundesländern für einige Tage zum Blockunterricht nach Kiel kommen, zählt zwar zu den Pflichtaufgaben der Stadt. Erfüllt werden konnten diese aber nur noch bedingt. Denn das derzeit genutzte Internatsgebäude am Königsweg ist dringend sanierungsbedürftig. Außerdem stehen keine Internatszimmer mehr auf Hof Hammer zur Verfügung, weil die Räume dort zur Unterbringung junger Flüchtlinge benötigt werden. Als Ersatz musste die Stadt Wohnungen anmieten.

Nach voraussichtlicher Fertigstellung des neuen Gebäudes an der Hummelwiese im ersten Halbjahr 2018 stehen dann wieder rund 120 statt wie aktuell nur 95 Internatsplätze zur Verfügung. Vorteile für die Stadt: Sie muss keinen Neubau errichten, wie es die Verwaltung zwischenzeitlich in Erwägung zog.

Der "Campus Corner"

„Außerdem werden wir aufgrund des künftig zentralen Internatsstandortes personelle Ressourcen bündeln können und damit wahrscheinlich weniger als die derzeit 100000 Euro pro Jahr an städtischem Zuschuss für die Azubi-Unterbringung benötigen“, hoffte Bildungsdezernentin Renate Treutel am Donnerstag bei der offiziellen Vorstellung des Bauprojekt, das auch aus Sicht des Bauträgers als innovativ gelten könne: „Denn eine solche Anlage mit Wohnungen für Studierende und Auszubildende unter einem Dach gibt es in Deutschland noch nicht. Da sind wir Vorreiter“, betonte BIG-Geschäftsführer Marc Weinstock. Dieser Mischung aus Studenten- und Azubi-Wohnheim sowie die Lage des künftigen Gebäudes an einer markanten Ecke der Innenstadt verdankt das Projekt auch seinen Namen „Campus Corner“.

Als Wohnheim im traditionellen Sinn mit langen Fluren und Gemeinschaftsduschen und -küchen will Weinstock das Konzept des fünfstöckigen Bauwerks nicht verstanden wissen: „Hier entstehen kleine Appartements mit einer Durchschnittsgröße von fast 22 Quadratmetern, ausgestattet mit jeweils eigenem Sanitärbereich und Pantryküche.“

"Schnell und gut geliefert"

Laut aktueller Planung baut die BIG 60 Appartements (als Zweibettzimmer) für die Berufsschüler in den unteren drei Geschossen auf insgesamt rund 1500 Quadratmetern. In den oberen beiden Etagen entstehen 36 Studentenappartements (Einzelzimmer). Ob die BIG den studentischen Wohnraum selbst oder über Partner wie das Studentenwerk vermarktet, steht laut Weinstock noch ebenso wenig fest wie der Mietpreis.

Hingegen fest vereinbart ist die Zusammenarbeit von Stadt und Bauträger. Danach fungiert die Stadt 20 Jahre lang als Hauptmieterin der Azubi-Wohnungen. Sie zahlt dafür im Monat zwar rund 20000 Euro Kaltmiete, bekommt aber einen Großteil des Geldes durch Zuschüsse des Landes oder durch Mietzahlungen der Ausbildungsbetriebe für ihre Internats-Azubis wieder zurück. Trotzdem bleiben noch (Personal-) Kosten für die Stadt übrig – beispielsweise für die sozialpädagogische Betreuung der zu 40 Prozent minderjährigen Internatsschüler.

Für Baudezernent Peter Todeskino ist der „Campus Corner“ ein „wichtiges Signal zur städtebaulichen Weiterentwicklung des Bereichs Hummelwiese von der Verkehrsführung bis zur weiteren Bebauung“. Bildungsdezernentin Treutel sah in dem neuen Internat einen „wichtigen Baustein in der Kieler Bildungslandschaft. Lob kam auch von der Mehrheitskooperation im Rat: Die Verwaltung habe „überraschend schnell und gut geliefert“.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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