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Schwimmendes Kraftwerk für alle Fälle

Hybrid-Barge Schwimmendes Kraftwerk für alle Fälle

Beim Thema Umweltschutz im Hafen ist die Forderung nach Landstrom seit Jahren ein Dauerbrenner. Viele Reedereien sträuben sich jedoch gegen feste Konzepte und Vorschriften. Deshalb gibt es jetzt eine mobile Lösung. Die Hybrid-Barge „Hummel“ soll Schiffe in den Häfen mit Strom versorgen.

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Von Umweltschützern begrüßt: Die erste Hybrid-Barge „Hummel“ kommt nächste Woche zur Präsentation nach Kiel.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Nächste Woche wird das schwimmende Kraftwerk im Kieler Hafen am Ostseekai präsentiert. Fünf große Dieselmotoren sind an Bord und werden mit Flüssiggas betrieben. Ein Verfahren, dass auf Zustimmung bei den Naturschützern stößt.

 „Diese Idee hat ihren Charme. Die Emissionen von Stickoxiden, Kohlendioxid und Feinstaub wird dadurch in den Häfen deutlich gesenkt“, sagt Sönke Diesener, Refernt Verkehrspolitik beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Die Naturschützer haben die Barge bereits beachtet und sehen durchaus Potenziale. „Die Verwendung von LNG ist eine saubere Lösung bei der Stromerzeugung. Es ist wichtig, dass die Schiffe es auch nutzen. Im Hamburger Hafen hat im ersten Jahr nur ein Kreuzfahrtschiff die Barge benutzt“, sagt Diesener.

 Die Strombarge „Hummel“ soll den Reedereien als Alternative zum Landstrom angeboten werden. Das Spezialschiff ist ein schwimmendes Kraftwerk. In der „Hummel“ sind fünf moderne Gasmotoren des Typs Caterpillar G3516C mit einer Gesamtleistung von 7,5 Megawatt eingebaut. Diese Motoren stehen in speziell abgeschirmten und isolierten Räumen. Sie sind für den reinen Betrieb mit verflüssigtem Erdgas (LNG) ausgestattet. Realisiert wurde die Idee in Zusammenarbeit der Hamburger Firma Becker Marine mit der Reederei Aida Cruises. Die Reederei hatte im vergangenen Jahr die 2011 in Kiel gebaute „Aidasol“ für den Anschluss der Barge und auch für andere Landstromanschlüsse umbauen lassen. Weitere Schiffe der Reederei Aida sollen folgen. Auch das im Sommer ab Kiel eingesetzte Schwesterschiff „Aidaluna“ gehört dazu.

 Landstrom ist in Kiel seit 2012 ein Thema, als die Color Line für ihre Schiffe in Oslo den Landstromanschluss realisierte. Mit der baulichen Umsetzung und der Anpassung der Anlagen haperte es aber. In Kiel haben bislang nur die Schiffe der Marine im Tirpitzhafen sowie die Schlepper, Hafenfähren und Behördenschiffe Landstromanschlüsse. Da es international immer noch keine verbindliche Anschluss-Norm und auch keine länderübergreifenden Normen für Spannung und Frequenz gibt, wird der Anschluss von Handelsschiffen an Landstromnetze noch dauern.

 Deshalb hat die Investition von zwölf Millionen Euro in die „Hummel“ eine Perspektive. „Diese Lösung ist mobil und hat durchaus Potenzial auch für die Einspeisung von Energie in die kommunalen Versorgungsnetze“, sagte Dirk Lehmann, Geschäftsführer der Firma Becker Marine bei der Taufe der „Hummel“ in Hamburg. Sein Unternehmen hat die „Hummel“ in Auftrag gegeben und bauen lassen. Da Kreuzfahrtschiffe meist nur saisonal unterwegs sind, bietet sich die Nutzung als Energieversorger für Landnetze an.

 In diesem Jahr stellte die „Hummel“ beim Probebetrieb in Hamburg ihre Einsatzfähigkeit unter Beweis. Ende September verabschiedete sich die „Aidasol“ in Richtung Kanarische Inseln und die „Hummel“ wurde geparkt. Die Winterzeit bis zur nächsten Saison will Becker Marine jetzt mit Werbung nutzen. Deshalb startete die Barge zu einer Ostseerundreise. In dieser Woche wird das Kraftwerk in Rostock präsentiert. Am Donnerstag und Freitag nächster Woche macht die „Hummel“ am Ostseekai in Kiel Station, wo sie von Vertretern der Hafenwirtschaft und der Stadt besichtigt werden soll.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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