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Geburtstag eines „Vorzeige-Instituts“

IPN in Kiel Geburtstag eines „Vorzeige-Instituts“

Am Freitag gratulierten Spitzen aus Politik und Wissenschaft zum 50-jährigen Bestehen des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) – und reihten ein Lob an das andere. Das hätte Gründer Prof. Karl Hecht 1966 wohl niemals zu träumen gewagt.

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Uni-Präsident Prof. Lutz Kipp (rechts) gratulierte IPN-Chef Prof. Olaf Köller zum Jubiläum des vor 50 Jahren in Kiel gegründeten Instituts.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Mit acht Mitarbeitern in zwei Räumen an der Kieler Universität dachte er in seinem neuen, bescheidenen Institut damals erstmals darüber nach, wie man die Fächer Physik und Mathematik den Schülern besser vermitteln könnte.

„Dem IPN ist es gelungen, national wie international Maßstäbe zu setzen“, betonte Wissenschafts-Staatssekretär Rolf Fischer (SPD) in seinem Grußwort an rund 300 Gäste im Audimax der Universität. Die bei den vielen Forschungsarbeiten gewonnenen Erkenntnisse hätten nicht nur großen Einfluss auf die Aus- und Weiterbildung von Lehrern in ganz Deutschland gehabt. „Sie trugen auch dazu bei, die Freude von Schülern am Lernen zu steigern.“ Diese erfolgreiche Vermittlung komplexen Wissens schaffe die Voraussetzung zur Gewinnung von qualifizierten Fachkräften, die die Gesellschaft so dringend benötige.

"Kiels Licht strahlt bis Berlin"

Die angereiste Abteilungsleiterin im Bundesforschungsministerium, Kornelia Haugg, lobte: „Das von Kiel ausgehende Licht eines wahren Leuchtturms in der deutschen Wissenschaftslandschaft strahlt bis nach Berlin“. Die Steigerung der Wertschätzung des IPN drücke sich auch in einer Zahl aus: Förderte der Bund das IPN im Jahr 1973 mit 429000 D-Mark, liegt die Summe derzeit bei 4,5 Millionen Euro im Jahr. Gleichwohl bleibe vor allem bei der Mathematik noch viel zu tun, sagte sie. So erreichten in diesem Fach derzeit nur 4,7 Prozent der deutschen Schüler die oberste Kompetenzstufe, in Asien seien es bis zu 30 Prozent.

Schleswig-Holsteins Schulministerin Britta Ernst (SPD) hob die große Bedeutung des IPN in der Zusammenarbeit mit der Politik hervor. Als wichtige Impulse für angestoßene Reformen aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse nannte die Ministerin die jetzt nachgewiesene Nutzlosigkeit von Klassenwiederholungen oder der Beleg eines Zusammenhangs von sozialer Herkunft und Bildungserfolg. „Doch hier gibt es noch ebenso einiges zu tun wie bei einer stärkeren Förderung von Leistungsspitzen“, sagte Ernst.

Ein ganz besonderes Lob zollte dem IPN der Präsident der Leibniz-Gesellschaft, Prof. Matthias Kleiner: „Es ist ein Vorzeige-Institut der Leibniz-Gemeinschaft“, sagte er. IPN-Direktor Prof. Olaf Köller könnte aus diesem Lob sogar Hoffnung schöpfen. Denn im kommenden Jahr wird sich bei einer Evaluation entscheiden, ob das IPN auch weiterhin ein Leibniz-Institut bleibt.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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