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Pokémon Go erobert Barcamp

IT- und Kreativwirtschaft Pokémon Go erobert Barcamp

Bereits zum siebten Mal treffen sich Entscheider. Entwickler, Kreative und Macher aus der IT- und Kreativwirtschaft beim zweitägigen Kieler Barcamp im Wissenschaftszentrum.

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Mehr als 600 Teilnehmer kamen zum Barcamp.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Silicon-Förde in Kiel: Bereits zum siebten Mal haben sich am Freitag Entscheider, Entwickler, Kreative und Macher aus der IT- und Kreativwirtschaft zum zweitägigen Barcamp im Kieler Wissenschaftszentrum getroffen. Bei Mettbrötchen, Kaffee und Cocktails wurde beispielsweise über aktuelle Themen wie über das durch das Smartphone-Spiel Pokémon Go ausgebrochene Monsterjagdfieber in Kiel oder auch die Digitale Agenda des Landes diskutiert.

„Dieses Barcamp zeichnet sich durch seine super entspannte Atmosphäre und den vielen substanziellen Diskussionen aus, deswegen kommen die Teilnehmer aus ganz Deutschland und dem Ausland immer wieder zu uns“, sagt Anja Scharfenberg. Sie gehört seit 2011 zum achtköpfigen Organisationsteam der unter anderem von den Kieler Nachrichten unterstützten Veranstaltung. Diese findet in Kiel seit 2010 ihren festen Platz im Terminkalender.

Bei strahlendem Sommerwetter drängen sich die Teilnehmer im Foyer des Wissenschaftszentrums, um über die Vorträge, hier als Session bezeichnet, abzustimmen. Ein Barcamp hat nämlich kein festes Programm: Wer ein Projekt präsentieren möchte, stellt sich und das Thema kurz vor, anschließend wird per Handzeichen signalisiert, wie groß das Interesse daran ist. Anschließend wird daraus ein Ablauf- und Raumplan erstellt. „Eine Session ist oftmals der Ausgangspunkt für gemeinsame Projekte, das macht dieses Barcamp so besonders“, sagt Rolf Hermann, selber im Online-Marketing zu Hause.

Geschäftsmodelle durch Pokémon Go?

Die Kurzpräsentation von Björn Schwarze vom Kieler Internet-Provider Addix trifft bei den Teilnehmern auf besonders großen Zuspruch. Sein Thema: Wie kann das #KN_WLAN, an dem auch die Kieler Nachrichten und die Förde Sparkasse beteiligt sind, von einem Smartphone-Spiel wie Pokémon Go profitieren? Und wie lassen sich daraus funktionierende Geschäftsmodelle ableiten? Für Firmenchef Schwarze steht fest: Wenn Geschäftsleute den Pokémon-Boom nutzen, in zusätzliche Lockmodule und das im März gestartete #KN_WLAN investieren, können sie neue Kundenschichten gewinnen. „Die Nutzerzahlen sind in unserem WLAN seit dem Pokémonstart stark gewachsen, davon können durch dieses Spiel und kommende Anwendungen alle profitieren“, glaubt Schwarze. Der flächendeckende Ausbau des Netzes in die Stadtteile hinein sei allerdings nicht ganz einfach: „Es gibt manchmal schon unglaubliche Widerstände, wenn wir unsere Antennen anbringen wollen.“

Auch Thomas Losse-Müller, Chef der Staatskanzlei, nutzt die „sehr wichtige“ Form des Barcamps, um die große Linie der Digitalen Agenda für Schleswig-Holstein präsentieren und diskutieren zu können. „Hier kann ich eine entscheidende Zielgruppe ansprechen und davon lernen, wie sich Schleswig-Holstein als digitaler Standort auch jenseits des Themas Breitbandausbaus künftig präsentieren muss“, sagt Losse-Müller. Ende des Jahres soll es dann bereits eine „Beta-Version“ der Digitalen Agenda geben.

Wichtigstes Ziel sei es dennoch, die digitale Infrastruktur möglichst schnell auszubauen, „das ist essenziell für den Norden“. Aber auch die digitale Ordnungspolitik, die demokratische Teilhabe, die elektronische Verwaltung und das Thema Industrie 4.0 gehörten zu den Schwerpunkten, sagt Losse-Müller: „Die Digitalisierung ist deswegen so wichtig, weil dies eine neue Geografie zur Folge hat. Dann sind wir nicht mehr Randlage, sondern mittendrin. Und das ist entscheidend, um die besten Köpfe in den Norden zu holen.“

Weitere Information

Weitere Informationen: www.barcamp-kiel.de

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
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