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Flüchtlingskosten betragen bis zu 55 Milliarden Euro

IfW Kiel Flüchtlingskosten betragen bis zu 55 Milliarden Euro

Die deutsche Finanzpolitik steht vor der „größten Herausforderung seit der Wiedervereinigung“. Das stellt das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) fest. Das IfW geht davon aus, dass Deutschland bis zum Jahr 2022 mit jährlichen Flüchtlingskosten in Höhe von 25 bis 55 Milliarden zu rechnen hat.

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Hier haben die Experten des Insituts für Weltwirtschaft Flüchtlingskosten simuliert.

Quelle: Frank Peter (Archiv)

Kiel. Die Kosten seien aber „beherrschbar“. Und sie könnten gesenkt werden, wenn frühzeitig mehr Geld in die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt gesteckt werde.

Für ihre Konjunkturprognose, die am Montag veröffentlicht wird, haben die Ökonomen verschiedene Szenarien durchgerechnet. In ihrem Basisszenario gehen sie davon aus, dass nach 1,1 Millionen in diesem Jahr im nächsten Jahr eine Million Flüchtlinge nach Deutschland kommen werden und ihre Zahl bis 2018 auf jährlich 360.000 sinkt. Bei 30 Prozent Rückkehrern (innerhalb von drei Jahren) kommt das IfW auf Kosten von 24 bis 28 Milliarden Euro pro Jahr. Insgesamt seien die Schätzungen aber „mit großen Unsicherheiten behaftet“, sagt Matthias Lücke, Migrationsexperte des Instituts. So ließen sich die Zahl der Flüchtlinge und auch die Geschwindigkeit, mit der sie in den Arbeitsmarkt integriert werden können, nur sehr schwer schätzen.

Daher haben die Kieler mehrere Varianten durchgerechnet. Im ungünstigsten Fall, bei einem anhaltend hohen Zustrom von Flüchtlingen (eine Million und mehr) in den nächsten fünf Jahren, stiegen die jährlichen Kosten bis 2022 auf 55 Milliarden Euro. In anderen Szenarien kommen deutlich niedrigere Werte heraus. Bei einer Rückkehrer-Quote von 40 Prozent lägen die Kosten bei 20 Milliarden Euro (ab 2020); sollte es gelingen, Flüchtlinge schneller zu integrieren, rechnen die Ökonomen mit 22 Milliarden Euro ab 2020. Sie kalkulieren mit 13.000 Euro jährlichen Kosten pro Flüchtling. „Eine zusätzliche Förderung von 1000 Euro hätte zunächst höhere Kosten zur Folge, würde sich jedoch nach wenigen Jahren auszahlen“.

Da angesichts der Situation in Syrien und anderen Krisenländern nicht mit einer entscheidenden Verbesserung der Lage zu rechnen sei, sollte eine vorausschauende Finanzplanung eher „mit der Möglichkeit eines dauerhaft hohen Flüchtlingszustroms rechnen“, rät Matthias Lücke. 55 Milliarden Euro entsprächen zwei Prozent der Wirtschaftsleistung. Diese Kosten könne Deutschland tragen.

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