27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Superjacht sorgt für neue Schlagzeilen

Illegales Holz verbaut? Superjacht sorgt für neue Schlagzeilen

Stammt der Deckbelag „Sailing Yacht A“ aus illegalem Holzschlag? Der Sprecher von Andrej Melnitschenko teilte auf Anfrage von KN-online mit, dass ein Bericht im Internet falsch sei. Daraufhin ziehen die Umweltaktivisten ihre Vorwürfe zurück.

Voriger Artikel
Der Papierumschlag brummt
Nächster Artikel
Tanzausbildung direkt an der Quelle

Exakt 1278 Teakholz-Stücke wurden auf der „Sailing Yacht A“ verbaut. Die Frage, woher das Holz genau stammt, sorgte für erheblichen Wirbel.

Quelle: Frank Peter

Kiel.  Wenn es um Schlagzeilen geht, hat die „Sailing Yacht A“ zum bei HDW gebauten Atomfrachter „Otto Hahn“ aufgeschlossen. Deutschlands erstes Schiff mit Nuklearantrieb führt in der Suchmaschine Google nur noch knapp mit 46200 Einträgen vor der „Sailing Yacht A“ mit 45700 Einträgen. Gestern gab es eine weitere aufsehenerregende Schlagzeile zum größten Segelschiff der Welt: Diesmal sorgte das an Bord verbaute Teakholz für Wirbel. Die Londoner „Enviromental Investigation Agency“ (EIA) hatte einen Bericht ins Internet gestellt, in dem sie schwere Vorwürfe gegen die Werft und den Eigner erhob. Die 1278 Teakholz-Stücke der spanischen Firma „Teak Solutions“, die auf der Segeljacht verbaut wurden, sollten demnach aus illegalem Holzschlag in Myanmar stammen.

 Die Meldung sorgte sofort für Verstimmung beim russischen Auftraggeber der „Sailing Yacht A“. Der Sprecher von Andrej Melnitschenko teilte auf Anfrage der Kieler Nachrichten mit, dass der EIA-Bericht falsch sei. „Die Firma Teak Solutions ist bekannt als vertrauenswürdiger Lieferant mit einem rigorosen Compliance-Programm“, sagte der Sprecher. „Sie verarbeitet nur legal gewonnenes Teakholz. Es wird von allen großen Werften genutzt. Wir sind überzeugt, dass das Teak, das für die ,Sailing Yacht A’ verbaut wurde, alle rechtlichen und ethischen Anforderungen erfüllt.“ Dieser Protest muss gewirkt haben. Am Dienstagnachmittag war die Pressemeldung wieder aus dem Netz verschwunden.

 Die zuvor erhobenen Anschuldigungen der EIA-Aktivisten bezogen sich darauf, dass die staatliche Holzfirma „Myanmar Timber Enterprise“ keine Angaben zur genauen Herkunft des Holzes gemacht habe. Die Vorwürfe erreichten auch die für die Einhaltung entsprechender EU-Vorschriften zuständige Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Berlin. Mitarbeiter der Behörde haben daher schon am Montag das Holzlager der Kieler Werft überprüft. Das Lager wird von der Firma „Teak Solutions“ mit Sitz in Valencia betrieben. Deren Geschäftsführer habe bestätigt, dass in dem Lager Teakholz aus Myanmar gelagert werde, das 2013 im indischen Hyderabad vereinbart worden sei, sagte ein Behörden-Sprecher. Anhaltspunkte für Verstöße lägen derzeit nicht vor. Eine weitere Prüfung sollen nun die spanischen Kollegen vornehmen.

 Für Erheiterung bei den U-Boot-Bauern in Gaarden sorgen auch Berichte von „Bild“ und „Spiegel online“, dass die „Sailing Yacht A“ mit einem U-Boot ausgestattet sei. Tatsächlich bekommt der Neubau ein kleines Tauchboot – das jedoch nicht vergleichbar mit U-Booten ist, wie sie beispielsweise die bei HDW gefertigte Megajacht „Octopus“ oder Kriegs- und Forschungsschiffen eingebaut bekommen. Das Tauchboot der „Sailing Yacht A“ wird eine Länge von fünf Metern haben und gilt als Ergänzung der Wassersportausrüstung. An Bord befindet es sich noch nicht.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3