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Streit um die Rettung des Bunkerbildes

Iltisbunker Kiel Streit um die Rettung des Bunkerbildes

Eigentlich wollen alle, dass das Monumentalgemälde „Revolution und Krieg“ am Iltisbunker in Kiel wieder in einen guten Zustand versetzt wird. Doch unter den Beteiligten knirscht es fachlich und offenbar auch zwischenmenschlich.

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Erkennbar angegriffen sind die Bilder am Iltisbunker. Die Rettung der Monumentalkunst zieht sich hin.

Quelle: Martin Geist

Kiel. Entstanden ist das Ende 1989 eingeweihte Werk unter der Regie des im Iran geborenen Künstlers Shahin Charmi. Als der vor zweieinhalb Jahren durch Recherchen unserer Zeitung erfuhr, dass immer mehr Putz und Farbe von dem Trutzbau an der Ecke Preetzer Straße/Iltisstraße bröckelt, fasste er den Beschluss, sich erneut der Sache anzunehmen.

 Das Problem: Viel passiert ist seither nicht. Muthesius-Absolvent Charmi, der extra des Bildes wegen von Österreich zurück nach Kiel zog, hat eigenen Angaben zufolge zuletzt im August 2013 ein „echtes Gespräch“ mit dem städtischen Kulturreferenten Rainer Pasternak geführt. „Seitdem stehe ich im Regen“, klagte er am Mittwochabend im Ortsbeirat Gaarden über den nach seinem Geschmack entschieden zu zähen Verlauf der künstlerischen Rettungsaktion.

 Doch nicht nur, dass es nicht vorangeht. Seitens des Rathauses werde obendrein versucht, ihm die Urheberrechte streitig zu machen, setzte Charmi nach. „Hochgradig peinlich“ sei ein solches Verhalten gerade eines Kulturreferenten. Und eine Bestätigung dafür, dass Kiel ein denkbar schlechtes Pflaster für freie Künstler sei.

 Pasternak konnte an der Sitzung nicht teilnehmen, wehrte sich aber vorab mit einer E-Mail an den Vorsitzenden. Sehr wohl haben demnach diverse Gespräche mit dem Künstler stattgefunden, an den Sitzungen der Arbeitsgruppe zum Bunkerbild nehme Charmi allerdings bedauerlicherweise seit längerer Zeit nicht mehr teil. Zwar zeigt Pasternak „Verständnis dafür, dass die lange Dauer des Verfahrens nervt“. Ein nicht mit Geld hinterlegtes Projekt könne aber naturgemäß nicht im Eiltempo vorankommen. Bisher jedenfalls sei für die Wiederherstellung des Bildes kein einziger Euro vorhanden. Wie viel Geld benötigt wird, ist derweil noch unklar. Im Rathaus wird mit 30000 Euro für Gerüst und Farbe kalkuliert, hinzu kämen Personalkosten in derzeit kaum abschätzbarer Höhe. Charmi jedenfalls geht von bis zu 120000 Euro Gesamtkosten aus. Wobei immerhin unstrittig sein dürfte, dass es durch Sponsoren – gerade auch für Farbe und Gerüst – auch billiger werden könnte. Ausdrücklich betont Pasternak darüber hinaus, dass es für ihn „selbstverständlich war und ist, den Künstler in das Projekt einzubinden“.

 Einen Vermittlungsversuch in dem Streit will jetzt Anna Neugebauer vom Büro Soziale Stadt übernehmen. „Es ist an der Zeit, mal wieder miteinander statt übereinander zu reden“, stellte sie fest und versprach, alsbald alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen.

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