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Im Cheerleader-Outfit nach „Chicago“

Rollsport-Galas Im Cheerleader-Outfit nach „Chicago“

Glitzernde Kostüme, waghalsige Sprünge und ganz viel Show: Gleich sieben Musicals zeigt die Roll- und Eissportgemeinschaft Kiel bei ihrer Rollsport-Gala „Musicals on Skates and more“ am Wochenende, 19. und 20. November, in der Stralsundhalle.

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Janine Folster (2. v. links) und ihre Gruppe haben für ihre Aufführungen eine schwungvolle Kür zum Musicalstück „Chicago“ einstudiert.

Quelle: Gunda Meyer

Südfriedhof. Aber auch die sportlichen Elemente kommen nicht zu kurz, denn Rollschuhläufer von deutschen und internationalen Meisterschaften werden ihre Wettkampf-Küren präsentieren.

Einer der Top-Rollschuhläufer des Vereins ist Tom Tarek Schuur. Der 17-Jährige ist Vize-Europameister und Fünfter bei den Weltmeisterschaften geworden. Bei der Rollsport-Gala zeigt er einen Solotanz sowie seine Kür, mit der er sich auch auf den Meisterschaften platziert hat. „Ich habe viermal in der Woche Rollschuh-Training und dreimal mache ich Fitness“, erzählt der Schüler, der seit seinem fünften Lebensjahr auf den acht Rollen unterwegs ist. Dass Schuur der Hahn im Korb ist, weil nur eine Handvoll männliche Rollsportler im Verein laufen, stört ihn nicht.

Die Kleider wurden selbst genäht

Eine reine Mädels-Gruppe, die sich über die Jahre zu einem eingespielten Team entwickelt hat, sind die 13 Läuferinnen um Janine Folster. Die 18-Jährige war ebenfalls auf mehreren Deutschen Meisterschaften und hat jedes Jahr bei den Galas ihres Vereins mitgewirkt. Ihre Gruppe präsentiert einen Auszug aus dem Musical „Chicago“. „Auch wenn jeder für sich einzeln trainiert, harmoniert es beim Auftritt“, erklärt die Läuferin. Ihre schwarzen Kleider mit goldenen Pailletten-Applikationen haben die Familien der Rollschuh-Tänzerinnen selbst genäht.

„Die Kostüme und viele Requisiten sind Handarbeit von Eltern oder den Rollschuhläufern selbst“, sagt Janines Vater Lars Folster, Sportwart der Rollsportgemeinschaft. Für den Auszug aus „Rocky“ wird ein Boxring aufgestellt, die „Chicago“-Tänzerinnen binden große Gatter in ihre Performance ein, und die „High School“-Musical-Darsteller sind im Cheerleader-Outfit und mit Puscheln am Start.

Auch für die ganz Kleinen, die in diesem Jahr einen Auszug aus dem Musical „Jim Knopf“ zeigen werden, wurde ganz viel selbst kreiert. Aus einem alten Fernseh-Rollwagen, Pappe, ein paar Lichtern und einem großen Samtstoff zauberten die Eltern eine Lokomotive, die von Hanna und ihrer Gruppe mit Rollschuhkraft angetrieben wird. Die Sechsjährige läuft seit drei Jahren mit und ist in diesem Jahr ihre erste Kür gefahren. „Am liebsten mag ich den Dreisprung.“

Aber nicht nur diesen Einstiegssprung bekommen die Besucher der Gala am Wochenende zu sehen, sondern auch den Toeloop, die Sprünge „Flip“, „Axel“ und „Lutz“ in einfacher, aber auch doppelter Ausführung. Einen meisterlichen Paarlauf mit diversen Hebefiguren werden Lena Sommer und Konstantin Hopp zum Musical „Cats“ darbieten. Außerdem werden Szenen aus „Mamma Mia“ und „Ich war noch niemals in New-York“ gezeigt.

Viele Sportler jeglichen Alters im Verein

Nachwuchssorgen hat der Verein im Gegensatz zu den meisten anderen Sportvereinen im Lande nicht. „Gerade bei den ganz Kleinen sind wir gut aufgestellt, viele bleiben über Jahre“, sagt Lars Folster. Seine Tochter Janine läuft seit fünf Jahren, Tom Tarek Schuur sogar schon seit zwölf. „Wir haben auch eine Hobbygruppe, in der viele Berufstätige sind. Bei uns kann jeder einsteigen, von drei Jahren bis über 60“, sagt der Sportwart.

Alle sieben Gruppen mit mehr als 100 Läufern des Vereins sind in die Gala eingebunden. In drei identischen Shows werden Acts von sechs bis 15 Minuten Länge präsentiert. Die meisten Rollschuhfahrer laufen bei der Roller-Dancing-Show mit, bei der 20 Personen auf einmal rund acht Minuten ihre Kunststücke zeigen. Die Gala selbst dauert rund zwei Stunden, inklusive Pause.

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