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Windzerzaust und paradiesisch abstrakt

Botanischer Garten Windzerzaust und paradiesisch abstrakt

Im Wonnemonat Mai bietet ein Besuch im Botanischen Garten ohnehin ein Fest fürs Auge. Im Jubiläumsjahr der Christian-Albrechts-Universität feiert der Garten seinen 30. Geburtstag – und zeigt seine 20. Skulpturenausstellung.

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Ellen Dorn (mit Hund Juli) betrachtet die luftige Arbeit der Künstlerin Isabel Lange.

Quelle: Marco Ehrhardt

Kiel. Wie immer kuratiert von Peter Bergmann, Gründungsmitglied des Förderkreises des Botanischen Gartens, setzt die prominent besetzte Schau inmitten einer überbordenden Blütenpracht inspirierende Akzente.

Der Weg zu den Schaugewächshäusern wird flankiert von Großskulpturen aller Art. „Guck mal Papa, ein Baum mit Gesicht!“, freut sich ein Knirps über eine Maske, die Arno Falk an einen Stamm montiert hat – in Sichtweite seiner übergroßen Roten Figur, die zwischen Ahorn und Butterblumen emporwächst. Schöner kann man Bildhauerkunst kaum in Szene setzen. Massig wirken die geometrischen Arbeiten aus Cortenstahl von Winni Schaak, nur wenige Schritte weiter geben sich Isabel Langes lebensgroße Damen mit fliegenden Röcken und Haaren windzerzaust und federleicht.

Auf Grünflächen und gepflasterten Plätzen, vor Teichen und Wasserläufen strahlen schlanke Marmorfiguren und kompakte Steinskulpturen mit Trollblumen und Stiefmütterchen um die Wette. In den glänzend polierten Oberflächen der schwarzen Skulpturen von Jo Kley spiegelt sich das wechselnde Licht, die organische Formenvielfalt ringsum reflektiert Ingo Warnke mit einem gigantischen steinernen Blatt, das auf grüner Wiese an ein gestrandetes Surfbrett erinnert. Nur einen Steinwurf entfernt geben aufgespannte schwarze Regenschirme, aus denen weiß bemaltes Reisig zu wachsen scheint, Rätsel auf. „Die Arbeit von Arno Neufeld ist nicht nur aufgrund ihres Materials so herzerfrischend anders. Uns erinnert sie an Pilze“, erzählt Bergmann, der mit der Jubiläumsschau zum letzten Mal als Kurator in Erscheinung tritt.

Dass ihm diese Aufgabe Freude macht, wird auch innerhalb der Schaugewächshäuser allenthalben deutlich. Tiefenentspannt dümpelt da zwischen Seerosen eine kahlköpfige Nixe von Philine Fahl auf einem keramischen Blatt, nach dem Prinzip „weniger ist mehr“ lugt im Tropenhaus ein stählerner Elefant aus dem üppigen Grün des Regenwaldes. Kleinformatige Arbeiten verstecken sich in den angrenzenden Häusern zwischen Bambus & Co., darunter Giotto Bentes hölzerne Paradiesvögel oder abstrakte Figuren von Menno Fahl. Über 100 Werke von 24 Künstlern umfasst die sehenswerte Ausstellung.

Bis 23. August. Täglich 9-18 Uhr, Schaugewächshäuser 9.30 – 17.30 Uhr. Eintritt frei

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