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Die Förde stärker erlebbar machen

Initiative auf dem Ostufer Die Förde stärker erlebbar machen

Auf dem Ostufer dient das Wasser meist nur wirtschaftlichen Zwecken, erschließt Häfen, Werften und militärische Anlagen – aber nicht die Sinne der Menschen. Eine frisch gegründete Initiative sieht jetzt Chancen, die östliche Seite der Förde auch für Menschen stärker erlebbar zu machen.

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Noch blockiert das Gemeinschaftskraftwerk für Fußgänger und Radfahrer den Zugang zum Wasser. Nach dem Abriss bieten sich aber andere Verhältnisse.

Quelle: Martin Geist

Kiel. Neue Möglichkeiten werden besonders durch das absehbare Ende des Kohlekraftwerks gesehen.

Sabine Leonhardt wohnt in Mönkeberg und radelt oft nach Gaarden zu ihrem Arbeitsplatz im Restaurierungszentrum. Das Problem dabei: Unentwegt führt die Fahrradtrasse bergauf und bergab, immer wieder müssen Umwege eingeschlagen werden, weil Anlagen abgesperrt sind oder plötzlich eine Treppe im Weg steht. „Da müsste man was machen“, dachte sich Sabine Leonhardt und suchte Gleichgesinnte, um das Thema neu zu denken. Die waren schnell gefunden, denn die Erfahrungen der Mönkebergerin sind nicht exklusiv. Auch die Dietrichsdorferin Angela Ramm findet die Situation, an der sich trotz allem Bemühungen über Jahrzehnte nichts ändern ließ, „ganz, ganz traurig“. Regelmäßig beobachtet sie Ortsfremde, die der Verzweiflung nahe sind, weil sie der wirren Wegeführung nicht folgen können. Oder wenn doch, arge Probleme haben, Fahrrad- oder Kinderwagenanhänger durch das schwierige Gelände zu karren. Ein möglichst ebenerdiger und möglichst wassernaher Weg von Gaarden über Dietrichsdorf zum Förde-Wanderweg ist das Ziel der etwa 15 Mitstreiter umfassenden Initiative Ostufer-Fördeweg, die sich jetzt zum ersten Mal traf. Dazu bietet sich aus ihrer Sicht eine historische Chance, weil das neue Kraftwerk auf dem Ostufer statt mit Kohle mit Gas betrieben wird und keinen Wasserzugang mehr braucht.

 Zu Fuß oder per Rad die Förde erleben zu können, das sei „von entscheidender Bedeutung für die lokale Erholungssituation“, bekräftigt Wolfram Kneib von der Lebensqualität Ostufer-Kiel (Leo)-Stiftung den Wert solcher Bemühungen. Zumal es Überlegungen gibt, eine derart neue Wegeführung mit zusätzlichen Erlebnis-Akzenten anzureichern. So könnte sich der Architekt Bernd Jüttner vorstellen, die Passage entlang des Kraftwerks mit einem Energie-Lehrpfad zu versehen.

 Stark für das Anliegen macht sich auch der Trägerverein der Alten Gießerei in Dietrichsdorf. Gleich mehrere Mitglieder sind in der Initiative dabei, unter anderem Sönke Petersen, der darauf hinweist, dass die missliche Radwegführung schon zu seiner Zeit als Ortsbeiratsvorsitzender immer wieder ein scheinbar unlösbares Thema war.

 Mutige Gedanken zielen sogar darauf, dass auch das Gelände vom Seehafen Kiel auf Dauer nicht tabu sein muss für Radler und Fußgänger. Sicherheitsinteressen könnte Genüge getan werden, indem der Weg an beiden Seiten durch Zäune abgeschirmt wird, lautet eine Idee. Vorstellen können sich die Mitglieder der Initiative sogar Aussichtspunkte, von denen Touristen wie Einheimische des Hafengeschehen mit eigenen Augen erleben können. In Rotterdam sei das gang und gäbe und längst eine Attraktion.

 Zum Ziel kommen will man derweil auf dem Weg des Dialogs. Eine Begehung mit Bürgermeister Peter Todeskino fand bereits statt und auch ein Gespräch mit einem führenden Mitarbeiter des Seehafens. Grundsätzlich scheint sich tatsächlich die Möglichkeit einer Verbesserung abzuzeichnen, jedoch nicht ganz uneingeschränkt. Während Todeskino für seinen Zuständigkeitsbereich große Aufgeschlossenheit bekundete, waren die Reaktionen im Seehafen sehr reserviert.

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