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Alle in einem Kanu auf der Eider

Inklusionsregatta KKK Alle in einem Kanu auf der Eider

Menschen mit und ohne Behinderungen wühlten am Sonntag gemeinsam das Wasser der Eider bei Achterwehr auf. Der Kieler Kanu Klub (KKK) hatte die erste inklusive Regatta organisiert und feierte gleichzeitig sein Sommerfest am Ufer.

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Oliver Altenburg (vorne) und Dieter Beck im inklusiven Zweier-Kajak.

Quelle: Sven Janssen

Achterwehr/Kiel. Und auch wenn der Spaß im Mittelpunkt stand, auf dem Wasser kämpften alle verbissen, um bis zur 200 Meter entfernten Ziellinie den entscheidenden Zentimeter vorne zu liegen. Zwei Jahre schon ist die Betriebssportgruppe des Mettenhofer Handwerkerhofes Fecit im alten Feuerwehrgerätehaus in Achterwehr zu Hause. Gleichzeitig sind sie auch Mitglieder im KKK und trainieren für die deutschen Special Olympics. In diesem Jahr ging es nach Hannover, Andreas Kukulies kam als Goldjunge zurück und holte gleich zwei Medaillen im Team und in der Staffel. Den Start der Regatten konnte er am Sonntag kaum abwarten, auch wenn er eigentlich noch lieber chille, als zu paddeln. „Ich finde es klasse hier in Achterwehr, auf der Eider kann man sehr gut trainieren“, sagte der Fan der Einer- und Zweier-Boote, in denen man sich „so richtig auspowern könne“.

Andreas Kukulies im Einer.

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Das haben auch Frank Meyer von Törne und Holger Suhk vom KKK erkannt. „Wir wollen Achterwehr zur Außenstelle ausbauen und die Inklusionsarbeit im Verein voranbringen.“ Die Regatta am Wochenende war ein Meilenstein dieser Entwicklung. „Auf dem Wasser kann man alle ins Boot holen“, fasste Daniel Peter treffend zusammen. Der Förderlehrer vom Verein Schulwassersportzentrum Ostufer war mit seinen Kindern Mia (6) und Marlon (4) als Begleitbootfahrer dabei. „Mir ist wichtig, dass die Kinder von Anfang an einen normalen Umgang mit Menschen lernen und keinen Unterschied machen, ob jemand eine Behinderung hat oder nicht.“

Dass Inklusion von Menschen mit und ohne Behinderung funktioniert, daran ließen die Paddler keinen Zweifel. Gemeinsam stiegen sie ins Boot und auch gemeinsam wieder aus. Es wurde zusammen gewonnen und verloren, auf jeden Fall aber noch viel gemeinsam gefeiert.

„Achterwehr ist als zusätzlicher Standort für uns interessant, weil wir auf der ruhigen Eider Dinge machen können, die auf der Kieler Förde wegen der Wellen nicht möglich sind“, sagte KKK-Inklusionsbetreuer Meyer von Törne. Eine Kanadiergruppe sei beispielsweise nur auf der Eider denkbar, und auch Menschen mit Angst vor dem ersten Einsteigen könne man in Achterwehr viel besser den Start in den Sport auf dem Wasser ermöglichen.

Dass der gelingt, sieht man an den vielen Medaillen, die die Sportler der Mettenhofer Betriebssportgruppe von den Special Olympics mit nach Hause brachten. Die Kooperation mit dem KKK muss aber noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. „Ich kann mir auch vorstellen, dass sich noch viel mehr Vereine in Achterwehr beteiligen, und wir gemeinsam etwas richtig Großes auf die Beine stellen“, erklärte Suhk, der noch jede Menge Ideen hat, am Sonntag aber selbst ins Boot steigen musste.

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