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Demonstration gegen Festnahmen von Kurden

Innenstadt Kiel Demonstration gegen Festnahmen von Kurden

Von 14 bis 15.30 Uhr demonstrierten in der Kieler Innenstadt rund 200 Menschen nach Aufruf der jüngst gegründeten Demokratisch-Kurdischen Gesellschaft Kiel. Sie protestierten gegen die Politik des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan und die veranlassten Festnahmen in der Türkei in der Nacht zu Freitag.

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In Kiel demonstrierten die Menschen gegen die Unterdrückung von Kurden in der Türkei.

Quelle: Gunda Meyer

Kiel. Rufe wie „Erdogan, Terrorist“, „Hoch die internationale Solidarität“ und „Freiheit für HDP“ hallten am Freitagnachmittag durch die Kieler Innenstadt. Vertreter der neu gegründeten Demokratisch-Kurdischen Gesellschaft Kiel demonstrierten gegen die Politik des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdoğan und die von türkischen Behörden veranlassten Festnahmen der Führungsriege der prokurdischen Partei HDP.

In #Kiel demonstrieren gerade mehrere hundert Menschen gegen die Festnahmen von #Kurden in der #Türkei. gme

Ein von Kieler Nachrichten (@kieler.nachrichten) gepostetes Video am


„Als wir von den Festnahmen Donnerstagnacht hörten, haben wir uns spontan über eine Whatsapp-Gruppe zur Demo verabredet“, erklärt Organisatorin Meryem Yasar. Nach Polizeiangaben protestierten etwa 45 Menschen um 2 Uhr nachts vorm NDR-Funkhaus. „Es war aber niemand da, deshalb sind wir Freitagnachmittag wiedergekommen“, sagt Yasar. Der Weg führte von der Straße am Wall über die Holstenbrücke zu den Kieler Nachrichten.

Rund 200 Demonstranten wollten bei den beiden Medienhäusern darauf aufmerksam machen, dass in der Türkei kurdische Berichterstattung verhindert werde. Die sozialen Netzwerke seien lahm gelegt, das Internet zensiert, sodass man keine Informationen über die Situation der Kurden bekomme. „Es gibt kein legales Instrument für Kurden, auf die Aktionen von Erdoğan zu reagieren“, sagt Seyithan Akcicek vom Vorstand der Demokratisch-Kurdischen Gesellschaft.

„Das Schlimmste ist das Schweigen der Medien über die Festnahmen“, erklärt auch Ayse Fehimli-Kuzu, Kreisvorsitzende der Linken, die an der Demo teilnahm. Die Protestierenden schwenkten ihre Fahnen, skandierten und sangen, um auf die kurdische Unterdrückung in der Türkei aufmerksam zu machen. „Wir solidarisieren uns und hoffen, dass die deutschen Medien neutral und kritisch über die politische Thematik berichten“, sagt Akcicek. Er sehe auch Deutschland und die EU in der Verantwortung, keine Flüchtlingsdeals einzugehen.

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