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Kleiner-Kiel-Kanal könnte 2019 fertig sein

Innenstadtprojekt Kleiner-Kiel-Kanal könnte 2019 fertig sein

Der Kleine-Kiel-Kanal, seit drei Jahren eines der umstrittensten Projekte für die Innenstadt, kommt: Nach einer heftigen Debatte, in der Gegner und Befürworter ihre bekannten Argumente und gegenseitigen Vorwürfe vorbrachten, verabschiedete die Ratsversammlung mit Mehrheit von SPD, Grünen und SSW die Vorlage.

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Kleine Buchten sollen künftig entlang des Wassers zum Verweilen einladen.

Quelle: Stadt Kiel

Kiel. Wenn alles nach Plan läuft, könnte die 11,5 Millionen Euro teure Umgestaltung der Holstenbrücke im Frühjahr 2019 fertig sein. Baubeginn wäre im Oktober 2016.

 Für Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) greift das 150 Meter lange Becken „die Insellage der Altstadt auf und will die historische Wasserverbindung zwischen Bootshafen und Kleinem Kiel herstellen.“ Das Schlüsselprojekt, so die Hoffnung der Befürworter, könne die gesamte Innenstadt beleben und ihre Attraktivität steigern. Mehr als 600 Bürgervorschläge wurden in die Planung eingebunden: So soll es verschiedene Vegetationsflächen geben, eine Baumreihe, Pflanzflächen mit Sitzgelegenheiten und einen Boardwalk – ein maritimer Holzbelag.

 André Wilkens (SPD) ist überzeugt, dass nach dem Bootshafen auch der Kleine-Kiel-Kanal eine Erfolgsgeschichte wird. Arne Langniß (Grüne) setzt vor allem deshalb auf eine steigende Aufenthaltsqualität, weil die Holstenbrücke vom motorisierten Individualverkehr freigehalten wird. Auf einer Fahrbahn auf der Ostseite sollen künftig nur Busse, Taxen, Anlieferfahrzeuge und Radler mit maximal Tempo 20 den Kleinen-Kiel-Kanal passieren. „Das ist bisher eine triste Ecke, weil nur Autos durchbrettern“, ergänzte auch Marcel Schmidt (SSW). Die Bushaltestellen Holstenbrücke werden in die Rathausstraße auf Höhe Rathausplatz und in den Martensdamm verlegt.

 Neben einer zu befürchtenden Kostenexplosion führen die Gegner die künftige Verkehrsführung ins Feld. Wolfgang Homeyer (CDU) beklagte nicht nur, dass der „Betonlangweiler“ Geld abzweigt, das besser in Bildungseinrichtungen investiert werden sollte. Er prognostizierte auch lange Staus in der Rathausstraße. Die Stadt wird nach Abzug der Fördermittel vom Land (75 Prozent) einen Eigenanteil von 2,5 bis drei Millionen Euro beisteuern müssen. In der Vorentwurfplanung hat Todeskino bereits eine Million Euro Sicherheitsreserve angemeldet und darauf hingewiesen, dass die Holstenbrücke sowieso hätte saniert werden müssen.

 Protest kam auch von Hubertus Hencke und Christina Musculus-Stahnke (FDP), die wie die CDU und Linken gegen das Vorhaben stimmten: Die Stadt hätte auch ohne flächenraubendes Wasserbecken den Berliner Platz aufwerten können. Nachdem am späten Abend die Entscheidung gefallen war, wünschten beide dem Projekt aber den erhofften Erfolg.

 Todeskino ist angesichts der Zustimmung aus der Wirtschaft und der prognostizierten 200 Arbeitsplätze zuversichtlich, dass sich dieser Erfolg einstellt: Schon jetzt zeige sich, dass öffentliche Infrastrukturmaßnahmen private Investitionen nach sich zögen. So hatte die Ahlmann-Stiftung angekündigt, das ehemalige Kinogebäude nur dann aufzuwerten, wenn der Kleine-Kiel-Kanal kommt. Zusammen mit Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) stimmte er sich im Innenstadt-Forum mit den Kaufleuten bereits über die Schattenseiten des Projekts ab: die Baustellen. Um die Maßnahmen zu koordinieren soll es im Tiefbauamt einen einheitlichen Ansprechpartner geben.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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