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„Europa macht Schule“ feiert Rekord

Interkultureller Kontakt „Europa macht Schule“ feiert Rekord

Europa wird greifbar, wenn eine menschliche Komponente hereinkommt. Das wurde in den vergangenen Monaten bei „Pulse of Europe“ deutlich – und in etlichen Klassenzimmern. Ausländische Studenten haben dort über das Programm „Europa macht Schule“ Einblicke in die Kultur ihrer Heimatländer vermittelt.

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Stadträtin Renate Treuel hielt ein Grußwort bei der Abschlussveranstaltung von "Europa macht Schule" und "World meets School", die Danny Drefahl moderierte.

Quelle: Thomas Paterjey

Kiel. Zum offiziellen Saisonabschluss trafen sich die beteiligten Studenten, Schüler und Lehrer nun noch einmal zur Projektpräsentation im Klaus-Murmann-Hörsaal der Kieler Uni. Dabei gab es einen neuen Rekord zu feiern: Mit 35 Projekten hat sich Kiel inzwischen zum bundesweit größten Standort von „Europa macht Schule“ gemausert, freut sich Danny Drefahl (25), der das Projekt seit drei Jahren an der Uni koordiniert.

Bedarf an solchen Projekten ist groß

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr: „In den Schulen gibt es einen großen Bedarf für Projekte, die für Offenheit und Respekt sorgen“, sagt Drefahl. Daher überlegte er zusammen mit seinen Mitstreitern, wie man für noch mehr Austausch zwischen ausländischen Studierenden und hiesigen Schülern sorgen kann. „Nur Europa, das war uns zu wenig“, erzählt Drefahl – schließlich könnten doch auch Nachwuchs-Akademiker aus Asien oder Afrika als „Minibotschafter“ spannende Geschichten in den Schulunterricht einfließen lassen. So gründeten sie den Verein „World meets School“, dessen Vorsitzender Drefahl ist, und über den in dieser Saison noch einmal mehr als 50 Schulbesuche angebahnt wurden.

Was durch eines dieser Treffen entstanden ist, hat Justus-Constantin Bahr aus der 7f der Kieler Max-Planck-Schule zusammen mit seinen Mitschülern in einem Film festgehalten. Gabriella Ferrarezi Brunazo, die für ihr Masterstudium aus Brasilien an die Förde gekommen ist, hat mit den Schülern in einem Workshop die Grundschritte des Kampftanzes Capoeira eingeübt. In dem gut 20-minütigen Video, das während der Abschlusspräsentation in voller Länge gezeigt wurde, lernt der Zuschauer auch eine Menge über die Geschichte dieser besonderen Sportart.

Kieler Verein baut seine Aktivitäten aus

Die Schule mit den meisten Projekten war das RBZ1 am Königsweg: Sage und schreibe 20 verschiedene Ideen sind hier bei den Besuchen der internationalen Studenten entstanden. Die präsenteste Nation war Frankreich mit 14 Projekten. Doch auf all dem wollen sich Drefahl und sein Team nicht ausruhen. Längst werden schon wieder neue, große Pläne geschmiedet: Der Verein „World meets School“ expandiert und wird im kommenden Jahr auch in Regensburg aktiv. Außerdem wurden unlängst bei einem Netzwerktreffen in Brüssel Kontakte zu einem slowenischen Pendant geknüpft, die nun ausgebaut werden sollen.

Sichtlich angetan von all diesem Engagement zeigte sich auch Stadträtin Renate Treutel: Sie hob hervor, wie einprägsam so ein Treffen in jungen Jahren sein kann. „Eine andere Kultur zu erleben, ist etwas ganz anderes, als aus dem Schulbuch etwas über zu lernen.“ Sie selbst erinnere sich gerne daran zurück, wie sie als junge Frau einmal die Türkei besucht habe. Auf dem Lande habe der Bus damals beispielsweise keine feste Abfahrtszeit gehabt, sondern sei losgefahren, wenn er voll war. „Und das war viel entspannter.“

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Ein Artikel von
Thomas Paterjey
Lokalredaktion Kiel/SH

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