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Gebündelte Kompetenz für Krebskranke

Internistisch-onkologische Station Gebündelte Kompetenz für Krebskranke

Das 18 Tonnen schwere Modul, das am Mittwoch am Haken eines Spezialkrans in der Luft über dem Kieler Universitätsklinikum (UKSH) schwebte, war eins von zwölf Bausteinen für eine Station. Der neue Klinikstandort entsteht neben der kürzlich eingeweihten Leukämie-Spezialstation und dem Mildred-Scheel-Haus.

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Eines der ersten von zwölf Modulen für die neue Krebsstation wurde auf dem Gelände des Kieler Universitätsklinikums angeliefert. Ein Modul wiegt 18 Tonnen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Im September werden die ersten der insgesamt 62 Betten zur Patientenversorgung zur Verfügung stehen. Wissenschaftsminister Kristin Alheit (SPD) sprach von einem Meilenstein: „Wir wollen, dass hier das führende Krebszentrum Schleswig-Holsteins entsteht.“

 Prof. Jens Scholz, Chef des Uni-Klinikums, Prof. Michael Kneba, Direktor der Klinik für Innere Medizin II, und Prof. Christoph Röcken, Prodekan der Medizinischen Fakultät der Kieler Universität, waren sich in der Einordnung der neuen Station einig: Von der räumlichen Nähe verschiedener Fachdisziplinen rund um Tumore, von kurzen Wegen und Bündelung der Expertisen profitieren Forschung und die Versorgung der Kranken gleichermaßen. Die Station, so Kneba und Röcken, Leiter der neuen Einheit, schaffe wichtige Voraussetzungen für eine hochmoderne individuelle Behandlung von Tumorpatienten und verbessere die Therapiemöglichkeiten auch durch die Weiterentwicklung von Verfahren im Rahmen wissenschaftlicher Studien.

 Mittlerweile versorgt das das Universitätsklinikum etwa 7000 Krebs-Patienten im Jahr. Tendenz steigend: „Die Häufigkeit von Krebs nimmt zu. Wir müssen uns daher für die Zukunft rüsten und auf steigende Patienten-Zahlen einstellen“, erläutert Röcken. Die neue Einheit konzentriert sich vor allem auf die Behandlung von Patienten mit hämatologischen (bösartige Blut-Erkrankungen) und onkologischen (Krebs) Erkrankungen sowohl von Kranken mit schweren Gerinnungsstörungen. Da die Fortschritte in der medizinischen Forschung laut Kneba in den vergangenen Jahren gewaltig waren, hat sich auch die Behandlung von Krebskranken deutlich verbessert. Die Krebs-Diagnose ist schon lange kein Todesurteil mehr. Die moderne Medizin habe den Krebs in vielen Fällen behandelbar gemacht hin zu einer chronischen Krankheit, ergänzt Röcken.

 Die zwölf vorgefertigten Module – jeweils 18 Meter lang und vier Meter breit – sollen in nur zwei Tagen aufgebaut sein, um die Beeinträchtigungen für Ärzte, Pflegekräfte, Patienten und Angehörige so gering wie möglich zu halten, verspricht Till Ebinger, Geschäftsführer der Immobilien Partner des Universitätsklinikums. Diese Bauweise ermögliche eine zügige Fertigstellung. Es ist aber kein Provisorium im Rahmen des baulichen Masterplans des Universitätsklinikums: Der so gebauten neuen Station mit Anschluss an die Zentrale Notaufnahme, werden 30 Jahre Lebensdauer bescheinigt.

 Die neue Klinik entsteht dabei in zwei Schritten: Sind die Module im ersten Geschoss so zusammengefügt und mit moderner Infrastruktur ausgestattet, dass sie im September bezugsfertig sind, kann der Betrieb auf 1300 Quadratmetern mit zuerst 38 Betten beginnen. Zieht die im Erdgeschoss derzeit untergebrachte Notaufnahme wieder aus, erfolgt ein weiterer Ausbau um 24 Betten. In der neuen Klinik erfolgen die Diagnostik und Therapie mit Überwachung rund um die Uhr insbesondere bei fortgeschrittenen Erkrankungen sowie bei wesentlichen Begleiterkrankungen. Das Ziel sei, dass die Patienten im Anschluss ambulant in der Nähe ihres Wohnortes behandelt werden können, so Scholz.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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