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Die Briten packen ihre Sachen

Jachthafen Holtenau Die Briten packen ihre Sachen

Noch weht der Union Jack über dem kleinen Jachthafen in Holtenau. Doch im nächsten Jahr werden die britischen Soldaten des Kiel Training Centers (KTC) letztmalig die britische Flagge niederholen und abziehen. Die letzte britische Militäreinrichtung in Schleswig-Holstein wird dann die Tore schließen und zurück auf die Insel ziehen.

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Die Parade zum Geburtstag von Queen Elizabeth gehörte über Jahre zum festen Programm der kleinen Garnison der britischen Armee in Holtenau. Im nächsten Jahr wird es eine letzte Feier zum Abzug der Soldaten geben. Das Kiel Training Center wird nach Gosport in Südengland verlegt.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Das gab jetzt Brigadier Ian Bell von der Royal Army bei einem Empfang in Holtenau bekannt. Damit endet auch eine Ära, die 1945 als Besatzung begann und heute eine Partnerschaft mit Bundeswehr, Segelclubs und deutschen Behörden ist.

 Während die Kampfverbände der Briten bereits innerhalb der ersten zehn Jahre nach Kriegsende wieder aus Schleswig-Holstein abgezogen wurden, blieb der Stützpunkt in Kiel als Außenposten der britischen Streitkräfte an der Ostseeküste bestehen. Hier spielte der Wassersport und das Segeln eine wichtige Rolle bei der Stationierungsentscheidung. Die Wurzel des KTC ist der British Kiel Yacht Club. Seit genau 70 Jahren gibt es ihn in Kiel. Der oberste Chef dieses Segelclubs ist ebenfalls Ian Bell. Der Brigadegeneral kommt deshalb auch nicht in Uniform. „Ich trage den Schlips des British Kiel Yacht Clubs, das ist meine Uniform“, sagte Bell bei dem Empfang.

 Der General steht vor einer schweren Aufgabe. „Wir werden bis 2020 unsere Einheiten aus Deutschland zurück nach England verlegen. Das betrifft 10000 Soldaten und 15000 Angehörige“, so Bell. In Kiel-Holtenau sind in dem Trainingscenter derzeit knapp 50 Soldaten und zivile Angestellte beschäftigt. Die Angestellten stammen zum Großteil aus dem Raum Kiel. Ihre Zukunft ist noch unklar. Sie werden aber fristgemäß entweder andere Angebote oder die Kündigungen erhalten, so wie es beim britischen Militär üblich ist. Dort sind 14 Segeljachten und zwei Arbeitsboote stationiert. Flaggschiff des Centers ist die „Flamingo“, eine 18 Meter lange Segeljacht, die 1936 von Abeking & Rasmussen für die Olympischen Spiele in Kiel gebaut wurde. Diese Jacht beschlagnahmten britische Truppe 1945 bei der Besetzung Kiels aus dem Besitz des Nazi-Generals Hermann Göring.

 Der Jachthafen mit den Hallen, Stegen und dem Klubheim in Stickenhörn wird im kommenden Frühjahr geräumt. Der große Bootsschuppen gehört zu den größten Holzhallen im Land. „Es ist eine sehr schöne Anlage, und wir haben viele Freunde hier in Kiel. Deshalb fällt der Abschied auch nicht leicht“, sagte Ian Bell. Gemäß britischer Militärtradition wird es kein stiller Abschied werden. Ein Festakt sei für den offiziellen Anlass vorgesehen, sagt Bell. Unterstützt wird er dabei vom Kieler Honorarkonsul des britischen Königreichs, Jann Petersen. Er steht der Garnison seit fast 20 Jahren zur Seite. In guter Erinnerung sind dabei auch die früher traditionellen Queen’s-Birthday-Paraden in Holtenau. Was die britischen Soldaten bisher in Kiel gelernt haben, wird dann in der Heimat fortgesetzt. „Neuer Stützpunkt wird Gos- port (bei Portsmouth/Südengland). Unsere Jachten werden wir im nächsten Jahr dorthin überführen“, sagt der Kommandeur. Was mit Grundstück und Jachthafen am Übergang vom MFG5-Gelände und der Mole Stickenhörn passiert, ist noch offen.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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