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Geplatzte Bewerbungen und neue Bewohner

Jahresrückblick Kiel-Nord Geplatzte Bewerbungen und neue Bewohner

Was ist das wichtigste Projekt für die Kieler Stadtentwicklung? Wer immer mit den Verantwortlichen im Rathaus spricht, erhält darauf immer dieselbe Antwort: Die Zukunft liegt am Wasser, genauer: auf dem Areal des früheren Marinefliegergeschwaders (MFG).

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Das Plateau auf dem früheren MFG 5-Areal haben Spaziergänger, Radler und Freizeitsportler schon jetzt für sich entdeckt.

Quelle: Ingrid Haese

Kiel. Seit August 2014 ist das Gelände zwischen Holtenau und Pries-Friedrichsort für Radler und Fußgänger offen. Spätestens seit diesem Zeitpunkt ist allen klar geworden, welche bisher verborgenen Schätze in diesem Teil Kiels liegen. Anfang diesen Jahres befassten sich die Ortsbeiräte mit der Absicht der Stadt, auf einem Viertel der insgesamt 80 Hektar großen Fläche bis 2020 die erste Wassergartenschau im Land entstehen zu lassen. Der Norden sollte in der Nachnutzung von Stadtteilparks, neuen Strandbereichen und Wegen profitieren. 700000 bis 800000 Besucher hoffte man während der Schau anlocken zu können.

Olympia-Bewerbung steht, Landeswassergartenschau nicht

Auch der zweite Traum nahm bereits Anfang des Jahres Gestalt an, als Kiel sich mit zwei Assen im Ärmel um Olympia 2024 bewarb. Neben Schilksee sollte Kiels größtes Konversionsprojekt als Standort für das Olympische Dorf mit direkter Wasserlage, kurzen Wegen, einer guten Infrastruktur und viel Natur punkten. Doch die Olympia-Prüfer verlangten eine Festlegung auf nur einen Standort, sodass das Aus für die Pläne auf dem ehemaligen Militärgelände bereits im April erfolgte: Die Stadt entschied sich für das bewährte und bekannte Segelrevier in Schilksee.

Drei Monate später musste Oberbürgermeister Ulf Kämpfer verkünden, dass sich Kiel nicht um die Landeswassergartenschau 2020 bewerben kann. Der Grund: Die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, die auf dem Gelände eine Entmagnetisierungsanlage bauen und erproben will, hatte eingeräumt, dass sich die Arbeiten wegen der vermehrten Funde von Kampfmitteln bis 2018 verzögern. „Damit können wir unsere Bewerbung für 2020 nicht seriös aufrechterhalten“, bedauerte der Verwaltungschef.

Flüchtlinge ziehen in Ex-Kasernen

Im Frühjahr fanden dagegen bereits die ersten Bewohner im Schusterkrug ein Zuhause auf Zeit: Die Stadt brachte bisher 800 Flüchtlinge in ehemaligen Kasernengebäuden unter. Neben den Hauptamtlichen sorgen etwa 150 ehrenamtliche Helfer der Willkommensinitiative Friedrichsort dafür, dass die neuen Bewohner sich im Stadtteil wohl fühlen können. Sie bieten eine Fahrradwerkstatt an, luden zu gemeinsamen Abendessen und verschiedenen Aktivitäten.

Nach den bisherigen Plänen der Stadt sollen auf dem Gelände langfristig 1200 Wohnungen und 24 Hektar Netto-Baufläche für Gewerbe entstehen. Die Industrie- und Handelskammer feiert das MFG-5-Gelände als in „Deutschland einmalige Gewerbefläche“ und pocht darauf, dessen Entwicklung zu beschleunigen.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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