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Wo der Untergrund in Bewegung ist

Jensendamm Wo der Untergrund in Bewegung ist

Der Jensendamm am Rande der Altstadt gleicht in Teilen einem Flickenteppich. Dazu kommt, dass der Straßenabschnitt in Höhe der Alten Feuerwache im vergangenen Jahr abgesackt und seitdem gesperrt ist. Um die Ursachen zu klären, ist ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren im Gange.

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In einem gerichtlichen Beweissicherungsverfahren wird geklärt, ob die Verwerfungen im Jensendamm und im Ratsdienergarten mit der Bautätigkeit an der Alten Feuerwache im Zusammenhang stehen. Erst danach kann der Jensendamm erneuert werden.

Quelle: Christoph Jürgensen

Mitte. Sobald dieses abgeschlossen ist, will sich das Tiefbauamt daran machen, den Jensendamm zu erneuern. Die Anlieger sind beunruhigt darüber, dass sie womöglich einen Großteil des Millionenprojekts bezahlen müssen. Die Straße solle im Wesentlichen bestandsorientiert ausgebaut werden, erklärte Tiefbauamtsleiter Peter Bender in der Septembersitzung des Ortsbeirats. Die Fahrbahnbreite soll hinterher rund 7,50 Meter betragen. Die Einmündungsbereiche von Haßstraße, Klosterkirchhof und Falckstraße will das Tiefbauamt heutigen Standards entsprechend anpassen. Und in Höhe des Wohnquartiers Alte Feuerwache soll es eine Querungshilfe geben, um Fußgängern den Übergang zwischen Ratsdienergarten und Altstadt zu erleichtern.

 Für parkende Autos sind künftig zwei sogenannte Parktaschen zwischen Küter- und Haßstraße und auf Höhe des Kirchenamtes vorgesehen, sodass der südliche Gehweg – zumindest gefühlt – breiter wird. Auf der Nordseite am Kleinen Kiel, wo auch weiterhin Halteverbot herrschen wird, will die Stadt ein nächtliches Anwohnerparken einführen, „um zu kompensieren, was in der Altstadt an Anwohnerparkplätzen verlorengegangen ist und noch verloren gehen wird“, sagt Bender. Einen Eingriff in den Ratsdienergarten werde es nicht geben, hier solle weiterhin kein Gehweg entlang des Jensendamms verlaufen.

 Ein Knackpunkt der Maßnahme sind die Kosten: Die Stadt rechnet mit rund zwei Millionen Euro. Ein Großteil davon wird zwischen Falck- und Dänischer Straße verbaut. „Dieser Abschnitt ist der Kostentreiber“, berichtete Bender. Hier wurde der Jensendamm erst Anfang der 70er-Jahre erschlossen, als das untere Ende der Dahlmannstraße dem Ratsdienergarten zugeschlagen wurde. Das Problem: Der Fahrbahnuntergrund – früher erstreckte sich hier der Kleine Kiel – ist in Bewegung. Er muss mit einem aufwändigen Verfahren verfestigt werden.

 Die gut 20 Grundstückseigentümer am Jensendamm sind alarmiert, denn nach dem Kommunalabgabengesetz könnten 85 Prozent der Gesamtkosten auf sie umgelegt werden. Sie möchten erreichen, dass der Jensendamm nicht mehr als Anwohnerstraße sondern als Innerortsstraße eingestuft wird. In diesem Falle müssten Stadt und Eigentümer die Kosten zu gleichen Teilen tragen. Als Argument führten sie an, dass der Verkehr im Jensendamm zunehmen könnte, wenn die Holstenbrücke mit dem Kleinen-Kiel-Kanal geschlossen wird. Dem widersprach Bender: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass es keine Verkehrsverlagerung in den Jensendamm geben wird.“

 Ein zweiter Knackpunkt der Maßnahme ist, dass sie erst starten kann, wenn der um bis zu zehn Zentimeter abgesackte Straßenabschnitt in Höhe Alter Feuerwache wieder freigegeben ist. Ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren soll ermitteln, ob der Schaden im Zusammenhang mit dem Bauprojekt entstanden ist. „Ich gehe fest davon aus, dass das in einem halben Jahr geklärt ist“, sagte Bender. Auch die Bauträger der Alten Feuerwache hätten Interesse daran, dass im Jensendamm gebuddelt werden könne und die neuen Gebäude an das Leitungsnetz angeschlossen würden.

 Den Start der Baumaßnahme peilt Bender für Herbst kommenden Jahres an. Bis dahin müssen Experten noch zwei Hinweisen auf Bombenblindgänger nachgehen. Die Bauzeit – in drei Bauabschnitte unterteilt – veranschlagen die Planer mit einem Jahr. Der Ortsbeirat nahm das Vorhaben wohlwollend zur Kenntnis.

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