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Studenten bringen Staaten auf Kurs

Jessup Moot Court Studenten bringen Staaten auf Kurs

Es ist der größte simulierte Rechtsstreit der Welt: Der „Jessup Moot Court“ sucht nach einem erfolgreichen Abschneiden der CAU Kiel 2015 jetzt wieder angehende Juristen.

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Weltweit streiten über 600 Teams im „Jessup Moot Court“, die CAU Kiel belegte in Deutschland Platz sechs: Liv Christiansen, Catharina Uekermann, Felix Telschow, Joschka Peters-Wunnenberg, David Schenk, Coach Katharina Wommelsdorff (v. li.).

Quelle: Herber

Kiel. Ein Nachbarstaat annektiert ein Stück Erde. Diese Provinz beansprucht Zugehörigkeit zu dem Nachbarstaat. Doch in der Erde schlummern wertvolle Mineralien: Stoff, aus dem internationale Konflikte gemacht sind und mehr als Anleihen der Krim-Krise. Dieser politische Einschlag machte den diesjährigen „Jessup Moot Court“ noch spannender und war eine echte Herausforderung, wie Coach Katharina Wommelsdorff betont. Doch das hielt die Kieler nicht davon ab, im größten und ältesten Völkerrechtswettbewerb überhaupt einen hervorragenden sechsten Platz in Deutschland zu belegen.

„Natürlich geht einem die Düse“, beschreibt David Schenk, eines der fünf studentischen Teammitglieder, die Situation im Viertelfinale in der Neuen Universität Heidelberg. 21 deutsche Teams traten dort Anfang März vor Richtern mit Erfahrung am Internationalen Gerichtshof an, mussten mehrfach Plädoyers halten, für beide Staatsseiten. Kiels Aus kam gegen die Uni Hamburg, die zur internationalen Konkurrenz in Washington D.C. reisen durfte, wo etwa 600 Teams aus aller Welt antraten. „Im Bereich des Internationalen Rechts hat der ,Moot Court’ echt einen Namen“, trauert Liv Christiansen dem Finale nach.

Studienschwerpunkt mit Erfahrung in Kiel

Dennoch: Mit dem Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht hat die Uni Kiel einen ausgezeichneten Ruf und einen Studienschwerpunkt. Von 1989 bis 1997 konnte die CAU den „Jessup Moot Court“ national gar gewinnen. Mit dem sechsten Platz 2015 wird wieder an frühere Erfolge angeknüpft. Und das soll jetzt Werbung machen: Denn der Zulauf von Studenten ist längst nicht so ausgeprägt wie etwa in den USA. Unverständlich, wie die Teilnehmer finden.

Im Juli gab es erste Informationen zum Fall, die Ausarbeitung begann im September: Der „Moot Court“ verschlingt mehr als ein halbes Jahr – so muss es anderen Studierenden vorkommen. Doch die Absolventen erhalten Freisemester, Seminarschein und Sprachbescheinigung, da alles auf Englisch abläuft. „Wir haben Arbeitsstrukturen und juristisches Fachvokabular gelernt, sodass einem alles andere danach leichter fällt“, sagt Felix Telschow, „man muss das in Relation sehen zu dem, was man später noch alles machen wird – dann ist es nichts.“

Das ist im Jura-Studium gar nicht möglich

Denn einen genaueren praktischen Einblick in Völkerrecht erhielte man nirgendwo, sind sich die Studenten einig. Hinzu kommt der Faktor Teamgeist. Schließlich arbeiteten sie zu fünft mit zwei Coaches und machten eine im Jura-Studium fast unmögliche Erfahrung: „Als Jura-Student ist man eigentlich zu oft Einzelkämpfer, aber wir haben uns im Team immer aufgefangen“, schwärmt Liv Christiansen. Prüfungstraining und ein grandioses Event in Heidelberg garnierten das. Deshalb wünschen sich die Juristen, ihre Erfahrung weiterzugeben. Und nicht nur in Kiel: David Schenk verbringt das kommende Semester an der Uni Athen. Dort will er jetzt ebenfalls im Moot-Court-Team mitarbeiten.

Info-Veranstaltung am 15. Juni um 18 Uhr an der CAU in Raum 03.71, Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht, Westring 400.

http://www.wsi.uni-kiel.de/de/moot-court/team 

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