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Pralles Gemeindeleben auf wenig Raum

Jüdische Gemeinde Pralles Gemeindeleben auf wenig Raum

Die jüdische Gemeinde Kiel hat Platznot. Wie vielfältig ihr Gemeindeleben dennoch aussieht, möchten die Gläubigen am Sonntag, 10. April, bei einem Tag der offenen Tür zwischen 13 und 17 Uhr zeigen.

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Sie laden am Sonntag zum Tag der offenen Synagoge ein: (von links) der Vorsitzende Alexander Friedmann mit seinen beiden Stellvertretern Walter Joshua Pannbacker und Inna Shames von der jüdischen Gemeinde Kiel.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Nach ihrer Gründung vor zwölf Jahren zog die Gemeinde mehrfach um und fand 2008 schließlich ihr neues Zuhause in der Jahnstraße. Ihre Synagoge liegt in der Nähe der 1909 erbauten Synagoge am Schrevenpark, die in der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 von den Nationalsozialisten in Brand gesteckt und 1940 schließlich abgerissen wurde. Ihr Erbe fortzuführen und die liberale jüdische Tradition zu pflegen, das ist das Anliegen der Gemeinde, die zum jüdischen Landesverband Schleswig-Holstein und Zentralrat der Juden in Deutschland gehört.

 Das Programm der Mitglieder ist vielseitig: Es gibt unter anderem einen Chor, eine Tanz- und Kindergruppe, eine Selbsthilfe- und Reisegruppe für Menschen mit Behinderung, Kochkurse für die koschere Küche sowie Integrationskurse für Migranten und Flüchtlinge. Ebenso berät die Gemeinde in Sozial- und Migrationsfragen und hat einen Literaturclub. „Bei uns ist jeder willkommen, wir haben keine Berührungsängste und möchten zeigen, wie das bei uns läuft“, sagt die zweite Vorsitzende, Inna Shames. Am Tag der offenen Tür wird deshalb von allem etwas präsentiert.

 Die Gemeinde möchte den Gästen auch zeigen, wie wenig Platz sie auf rund 300 Quadratmetern für das soziale Leben hat. Sie hofft dabei immer noch auf Hilfe der Stadt. „Es gab schon mehrere Ideen und Versuche, alle waren bislang vergebens“, erklärt Walter Joshua Pannbacker vom Vorstand der Gemeinde. Es gab das Angebot, sich mit der zweiten jüdischen Gemeinde in Kiel ein Gebäude in der Waisenhofstraße zu teilen. „Doch eine gemeinsame Nutzung wurde von der anderen Gemeinde abgelehnt“, erklärt er. Zu groß seien die Differenzen zwischen den beiden Gemeinden. „Während wir jeden Monat Miete bezahlen müssen, wird die andere Gemeinde unterstützt. Wir fühlen uns ungerecht behandelt“, klagt der Vorsitzende Alexander Friedmann. Es gab die Idee vonseiten des Stadtpräsidenten, der Gemeinde die Miete zu erstatten. „Das ging durch die Gremien, aber leider wurde es nicht im städtischen Haushalt berücksichtigt“, bedauert er.

 Doch Probleme bereitet nicht nur der Platzmangel, sondern auch das Mietverhältnis an sich: „Wir haben keinerlei Möglichkeiten, uns zu entwickeln, denn alle Fördergelder hängen davon ab, dass es sich bei den Räumen um ein eigentumähnliches Verhältnis handeln muss“, erläutert Pannbacker. So stockt die Erweiterung zum jüdischen Kulturzentrum. Außerdem fehlt es an einem barrierefreien Zugang. Und es geht auch um die Sicherheit der Gemeindemitglieder. „Da müsste noch viel mehr getan werden“, sagt Pannbacker. Daher bittet die Gäste auch, sich per E-Mail an sicherheitjgk@yahoo.de zum Tag der offenen Tür anzumelden. Menschen, die wir nicht kennen, müssten ansonsten ihren Personalausweis mitbringen und sich kontrollieren lassen, sagt Pannbacker.

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